Olympia-Wahnsinn

Wasser-Not: Umweltchaos vor den Winterspielen

"Die Lage in Livigno muss mittlerweile als ernst bezeichnet werden", sagt der Geschäftsführer des Heimatpflegeverbands Florian Trojer.

Italien. Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2026 (Start am 6. Februar) in Italien droht laut einem Onlinebericht des "Münchner Merkur" ein Umweltchaos: In Livigno und Cortina d’Ampezzo herrscht akute Wasserknappheit, die künstliche Beschneiung ist gefährdet.

So werden in Livigno täglich 14.000 Kubikmeter Wasser aus dem Fluss Spöl gepumpt, obwohl der natürliche Abfluss bei nur 0,2 Kubikmetern pro Sekunde liegt. Die Lage in Livigno muss mittlerweile als ernst bezeichnet werden", sagt der Geschäftsführer des Heimatpflegeverbands Florian Trojer. "Hier war es bis zum Jahreswechsel zu warm und sehr trocken, sodass das Wasser bei der Beschneiung einfach verdampft ist und nicht mal für den Kunstschnee auf der offiziellen Wettkampfpiste für das Weltcup-Rennen reichte." Die Speicherbecken seien fast leer, deshalb müssten die Organisatoren sehr hohe Wassermengen aus den Bergflüssen entnehmen. 

Alle Austragungsorte sind vollständig auf künstliche Beschneiung angewiesen, da es keinen Naturschnee gibt, berichtet der "Münchner Merkur". Jetzt fehle auch noch Wasser für die Beschneiung, so Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands für Natur und Umwelt.

Peking 2.0 in Italien? Umweltchaos vor den Winterspielen

In Cortina d‘Ampezzo ist die Situation ebenfalls angespannt. Weil das verfügbare Wasser nur für die olympischen Rennen ausreicht, müssen alle Pisten außer den Wettkampfstrecken schließen. Das bedeutet weniger Skiurlauber und damit Millionenverluste für die Betreibergesellschaft. Umweltschützer kritisieren den rücksichtslosen Umgang mit Wasserressourcen und warnen vor ökologischen Schäden, die an die umstrittenen Winterspiele in Peking 2022 erinnern, wo Wasser über riesige Distanzen transportiert werden musste.

"Wir haben momentan besorgniserregend niedrige Wasserstände in einigen Regionen und stark reduzierte Wasserabflüsse in betroffenen Bergflüssen. Wie in Peking scheint das aber niemanden zu interessieren – die Spiele müssen auf Gedeih und Verderb stattfinden ohne Rücksicht auf Umwelt, Landwirtschaft und Bewohner", sagt Silvia Simoni, Umweltingenieurin bei Mountain Wilderness.

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