Drei Wochen vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Miland/Cortina (6.-22. Februar) bekommt das rot-weiß-rote Lazarett eine potenzielle Medaillenkandidatin dazu.
Dabei wollte es Österreichs beste Eisschnellläuferin nach zweimal "Blech" noch einmal wissen. Vanessa Herzog (30), die bei Olympia 2018 und 2022 als jeweils Vierte an Bronze vorbeigeschrammt war, musste die Vorbereitung auf ihre vierten Winterspiele am Mittwoch abbrechen. Auslöser dürfte ein in der Weihnachtszeit erfolgter Trainingssturz sein.
Auf Anraten der ihrer Ärzte beendete Herzog ihr Vorbereitungs-Camp in Inzell vorzeitig. Ein Antreten beim Weltcup nächste Woche auf derselben Anlage ist kein Thema mehr.
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Olympia ist zurzeit "mehr als fraglich"
Nach dem Trainingssturz ist Herzog noch vor dem Jahreswechsel bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck angetreten. Danach ist Vanessas Zustand laut Ehemann und Trainer Thomas "von Tag zu Tag schlechter geworden und die letzten Tage eskaliert. Vanessa hat so starke Nervenschmerzen, dass sie nicht mehr Eisschnelllaufen kann." Sie werde sich nun in Physiotherapie begeben, für Donnerstag ist eine Magnetresonanz-Untersuchung geplant. Thomas Herzog: "Ob sich Olympia noch ausgeht, ist zuzeit mehr als fraglich."
Österreichs Sportlerin des Jahres 2019 hatte zweimal Olympia-"Blech" trotz jeweils nicht optimaler Vorbereitung erreicht. Vor vier Jahren in Peking war ihr Antreten wegen starker Bandscheibenprobleme lange ungewiss gewesen. In diesem Winter fuhr sie nach nicht zufriedenstellenden Ergebnissen im Dezember den Heerenveen-Weltcup nicht zu Ende und fehlte in Hamar wie auch im Jänner bei der Polen-EM. Die Olympia-Qualifikation hatte Herzog mit schnellen Zeiten bei den November-Weltcups in Nordamerika fixiert.
Olympia-Einsätze wären am 9. und 15. Februar geplant
Qualifiziert ist die Ex-Weltmeisterin für ihre Paradedistanz 500 m wie auch über 1.000 m. Mit diesem Bewerb ginge es für sie am 9. Februar los. Der 500er ist für 15. Februar angesetzt. Der Inzell-Weltcup wäre ihr letzter Wettkampf-Test dafür gewesen.
Medaillenkandidatinnen Liensberger und Egger fehlen fix
Kurz vor Herzog hatte es mit Ex-Slalomweltmeisterin Katharina Liensberger (Schienbeinkopfbruch und Bänderrisse im Knie) und Ski-Shootingstar Magdalena Egger (Zweite beim Abfahrts-Auftakt in St. Moritz) weitere potenzielle Medaillenkandidatinnen erwischt. Im Gegensatz zu den beiden besteht bei Herzog zumindest die Hoffnung, dass sich Olympia 2026 noch ausgehen könnte.