Gut drei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina (6.-22. Februar) rauchen bei den ÖSV-Bossen die Köpfe. Grund ist die neue Quoten-Regelung mit nur zehn Startplätzen für Österreichs Alpin-Herren.
Dass der Ski-Weltverband und die Olympia-Macher bei den Spielen mehr Läufer aus mehr Nationen am Start sehen wollen, könnte auf Kosten von Top-30-Läufern gehen.
Unter den Leidtragenden: Österreichs Alpin-Herren, die nach dem aktuellen Stand der Dinge nur zehn Teilnehmer in den Kampf um Gold, Silber und Bronze nach Italien schicken dürfen. Das bedeutet wiederum, dass wir vermutlich Alpin-Startplätze leer lassen werden müssen.
Pro Disziplin (Abfahrt, Super-G, RTL, Slalom) darf der ÖSV bei den Alpin-Rennen in Bormio maximal vier Teilnehmer stellen. Bei einem Kader von zehn Rennläufern wird es, so Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer, „schwer, alle Disziplinen voll zu besetzen.“ Selbst dann, wenn Allrounder Marco Schwarz neben seinen Sieg-Disziplinen Super-G, Riesentorlauf auch Slalom fährt und möglicherweise sogar die Abfahrt.
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Österreich hat zu viele Spezialisten am Start
Unser Problem: Wir haben zu viele Spezialisten – so fährt z. B. Siegläufer Stefan Brennsteiner nur Riesentorlauf, Slalom-Ass Manuel Feller hat in dieser Saison kein einziges RTL-Resultat zu Buche stehen.
Nach dem Slalom-Sonntag in Kitzbühel (25. Jänner) muss unser Team stehen.
Kurios: Brasilien hat dank Superstar Lucas Braathen (wechselte vom norwegischen Ski-Verband), der im RTL und im Slalom im Weltcup vorne mitmischt, drei Quotenplätze. Pfeifer: „Sportlich ist das schon zu hinterfragen.“ Erzrivale Schweiz mit Dreifach-Gold-Favoriten Marco Odermatt (Abfahrt, Super-G, RTL) darf übrigens bei Olympia wie auch Österreichs Damen das Elfer-Kontingent ausschöpfen.