Polizei späht linke WG mit versteckter Kamera aus

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Polizei späht linke WG mit versteckter Kamera aus

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'Es ist ein Skandal. Ich fühle mich wie in einem Überwachungsstaat', sagte eine der Bewohnerinnen.

Hamburg. Die Bewohner des linken Hausprojektes im Hamburger Schanzenviertel, Kleiner Schäferkamp 46, sind außer sich. Sie entdeckten eine besondere Polizei-Überwachungskamera und fühlen sich nun wie in einem Polizeistaat, wie sie gegenüber der deutschen Presse mitteilten. Die Bewohner der WG bekamen den Hinweis auf die offenbar präparierte Cola-Flasche, die im Fenster eines Altenheimes stand. 

Damit konfrontiert habe der Leiter des Altenheims erklärt, dass die Polizei die Kamera vor einigen Monaten dort installiert habe. Inzwischen sei die Kamera entfernt worden. Die Hamburger Polizei wollte sich auf dpa-Nachfrage nicht zu dem Vorfall äußern. "Dazu sagen wir nichts", meinte ein Sprecher.
 

Polizei überwachte, wer das Haus betritt und verlässt

Die Kamera war laut Bewohnern so angebracht worden, dass sie die gesamte Gebäudefront, einschließlich Gehweg, erfassen konnte. In dem Haus seien neben Wohnungen auch ein linker Infoladen und weitere Projekträume untergebracht.
 
"Die Polizei hatte wegen der Drogenproblematik im Schanzenpark angefragt", sagte der Heimleiter nach dem Gespräch mit den Bewohnern am Mittwoch der Tageszeitung "taz". Deshalb habe man der Installation der Kamera auch nicht widersprochen. Sie sei zudem regelmäßig von einem IT-Fachmann der Polizei gewartet worden.
 
Die Bewohner der WG sind jedenfalls schockiert und schalteten einen Anwalt ein. 
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