"Pour Platin" dicht

Polizei sperrt Gürtel-Zentrale

Finaler Schlag gegen die Wiener Gürtel-Mafia. Der Kripo gelangen weitere Verhaftungen. Und die Rotlicht-Zentrale der Gang ist jetzt finster.

Strafverteidiger Christian Werner, der den inhaftierten Gürtel-Capo Richard Steiner (39) und die Hauptverdächtigen der ehrenwerten Gesellschaft rund um den Big Boss vertritt, lässt freundlich ausrichten: „Über meine Mandanten gibt es eigentlich nichts Neues.“ Doch der Top-Anwalt irrt.

Razzia.
Denn am Wochenende hat das Bundeskriminalamt im Zuge der „Operation Friends“ einen weiteren Schlag gegen die mutmaßliche Mafia (es gilt die Unschuldsvermutung) geführt: Das bisherige Hauptquartier der Gang, die Gürtel-Bar „Pour Platin“ wurde am Wochenende nach einer Razzia geschlossen.

Mädchenhandel.
Seit 2002 war der Nachtklub Stammsitz Steiners auf Wiens sündiger Meile. Und ein großer Lauschangriff der Kripo in den vergangenen Monaten erhärtete offenbar den Verdacht, dass im Sex-Betrieb Mädchenhandel, Schutzgelderpressungen und Gewalttaten im Milieu abgesprochen wurden. Schlecht für „Sicherheitschef“ Dusan „Rocky“ R. und die „Manager“ Peter A. („der lange Peter“) und „Easy“. Denn sie wurden nach der Verhaftung ihres Capos am Ostersonntag aus dem „Pour Platin“ abgeführt.

Beim jetzigen Zugriff kam Interims-Geschäftsführer „Roman“ in U-Haft und eine Ungarin wurde wegen Verdachts des Mädchenhandels abgeführt. Auch vier illegale Prostituierte wanderten in den Arrestantenwagen. Nur Angelika, die Ehefrau des „langen Peter“, konnte sich nach Rumänien absetzen.

Gang gesprengt.
Weil auch Steiners Mitarbeiter fürs Grobe, darunter die schweren Burschen Attila, Enver und Demo, geschnappt wurden, scheint die Gürtel-Mafia mit der polizeilichen Schließung des Headquarters „Pour Platin“ gesprengt. Wie aus der Justizanstalt Josefstadt durchdringt, bereiten Boss Steiner die Verluste im Nachtgeschäft aber weniger Sorgen als Ermittlungen wegen Finanztransaktionen und Steuerbetrugs. Aus gutem Grund.

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