Bali David James Taylor

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Polizist mit Bierflasche totgeprügelt: Haft für britischen DJ

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Am Strand hatte der britische DJ auf den Beamten attackiert. Seine Freundin muss auch in Haft.

 Weil er einen Polizisten auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali im Streit zu Tode geprügelt hatte, ist ein britischer DJ am Montag zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Lebensgefährtin muss vier Jahre ins Gefängnis, wie das Gericht der Inselhauptstadt Denpasar am Montag verkündete. Nach der Tat im vergangenen August war das Paar zunächst geflohen und hatte Beweismittel vernichtet.

Der 34-jährige hatte im Prozess ausgesagt, an einem Strand mit dem Polizisten aneinandergeraten zu sein, nachdem dieser die Tasche seiner Begleiterin gestohlen habe. Der Angeklagte versicherte, er habe zu seiner Selbstverteidigung unter anderem mit einer Bierflasche und einem Fernglas auf den Beamten eingeschlagen. Schließlich habe er während der Prügelei um sein Leben gefürchtet.

Das Verfahren gegen die Freundin des Briten, eine 46-jährige Australierin, war abgetrennt worden. Die zweifache Mutter wurde ebenfalls am Montag zu vier Jahren Haft verurteilt. Sie hatte ihre Unschuld beteuert und ausgesagt, lediglich versucht zu haben, ihren Freund und den Polizisten voneinander zu trennen. Das Gericht sah es aber als erwiesen an, dass sie den Polizisten festhielt und ihn dadurch daran hinderte sich zu wehren.

Keine bewusste Tötungsabsicht

Das Gericht blieb allerdings unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von acht Jahren Haft für beide Angeklagte. Das Paar war zunächst wegen Mordes angeklagt worden. Dieser Vorwurf wurde jedoch fallengelassen, weil die Justiz keine bewusste Tötungsabsicht erkennen konnte.

Der tote Verkehrspolizist wies dutzende Verletzungen an Kopf, Hals und Oberkörper auf. Bei der Leiche wurde der Führerschein der Australierin gefunden. Das Paar hatte nach der Tat seine eigenen Kleider verbrannt und angesichts der Großfahndung nach ihnen Zuflucht im australischen Konsulat gesucht. Kurze Zeit später stellten sie sich jedoch den Behörden.
 

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