Westliche Geheimdienste beobachten ein russisches Militärprojekt zur Stationierung von Atomraketen auf dem Meeresgrund.
Nach Recherchen von WDR und NDR soll Russland an einem System arbeiten, bei dem nuklear bestückte Raketen in speziellen Silos oder Containern mehrere Hundert Meter unter Wasser gelagert werden könnten. Offiziell bestätigt wurde das Vorhaben bislang weder von Moskau noch von der Nato.
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Im Zentrum der Berichte steht das Spezialschiff „Zvezdochka“, das sich derzeit im russischen Sewerodwinsk am Weißen Meer befinden soll – einem wichtigen Standort des russischen U-Boot-Baus. Nach Einschätzung westlicher Geheimdienste könnte das Schiff Teil des geheimen Militärprojekts „Skythen“ sein. Ergänzend dazu soll auch das Spezial-U-Boot „Sarov“ in das Vorhaben eingebunden sein.
Geheimprojekt
Demnach könnten die Raketen über längere Zeit unentdeckt auf dem Meeresboden verbleiben und im Ernstfall ferngesteuert gestartet werden. Als mögliche Grundlage gilt die Rakete „Skif“, eine Variante der russischen U-Boot-Rakete „Sineva“, der eine Reichweite von mehreren Tausend Kilometern zugeschrieben wird. Hinweise auf erste Tests soll es bereits vor Jahren gegeben haben.
Militärexperten sehen in einem solchen System strategische Vorteile. Unterwasser stationierte Raketen wären schwer aufzuspüren und könnten als zusätzliche Abschreckung dienen. Gleichzeitig gelten die technischen Herausforderungen als enorm. Probleme wie Meeresströmungen, Energieversorgung, Korrosion oder die sichere Datenübertragung über große Tiefen könnten einen dauerhaften Einsatz erheblich erschweren.
Die Idee, Atomwaffen auf dem Meeresboden zu platzieren, ist nicht neu. Bereits während des Kalten Krieges beschäftigten sich auch die USA mit ähnlichen Konzepten, verfolgten diese jedoch nicht weiter. Ob Russland ein solches System tatsächlich einsatzbereit entwickelt hat oder sich das Projekt noch in einer frühen Phase befindet, bleibt derzeit unklar.