David Cameron

Unabhängigkeits-Abstimmmung

Schotten-Referendum: Cameron wirbt für "Nein"

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Unabhängigkeits-Befürworter holen auf: Gleichstand in Umfragen.

In Großbritannien werfen Regierung und Opposition ihr ganzes politisches Gewicht in die Waagschale, um die drohende Loslösung Schottlands beim Unabhängigkeitsreferendum am 18. September zu verhindern. Premierminister David Cameron und Oppositionsführer Ed Miliband wollen am Mittwoch gemeinsam nach Schottland reisen, um die Werbetrommel für das Nein zu rühren.

Am Mittwoch findet im Londoner Unterhaus die Fragestunde des Premierministers statt, der wichtigste Termin der britischen Politwoche. Statt dort im britischen Parlament die Klingen zu kreuzen, wollen Cameron, Miliband sowie der liberaldemokratische Vizepremier Nick Clegg nun gemeinsam den Schotten ins Gewissen reden.

Umfrage zeigt Patt-Stellung
Nachdem die Unabhängigkeitsgegner in den Umfragen lange Zeit deutlich in Führung gewesen waren, zeigte eine am Sonntag veröffentlichte Erhebung erstmals eine knappe Ja-Mehrheit. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage zeigte ein Patt von 41 zu 41 Prozent.

Um ihnen den Verbleib im Vereinigten Königreich schmackhaft zu machen, versprachen die drei großen Parteien den Schotten am Dienstag mehr Eigenständigkeit bei einer "Nein"-Mehrheit am 18. September. "Es gibt viel, das uns trennt - aber etwas, worüber wir leidenschaftlich einer Meinung sind. Das Vereinigte Königreich ist zusammen besser", erklärten Cameron, Miliband und Clegg am Dienstag. "Aus diesem Grund sind wir drei der Meinung, dass wir morgen in Schottland sein sollten und nicht bei der Fragestunde des Premierministers in Westminster."

London schnürt neues Paket
Am Dienstagabend hatte der frühere Premierminister Gordon Brown (Labour) einen Zeitplan für die sogenannte Devolution vorgestellt. Demnach soll Edinburgh schon im Jänner neue Kompetenzen übertragen bekommen. Welche dies im Detail sein würden, solle die Regierung in London bis Ende Oktober vorschlagen, dann folge eine Beratungsperiode. Dass London Macht an Edinburgh übertragen werde, hatte Schatzkanzler George Osborne am Sonntag angekündigt.

Schottlands Regierungschef Alex Salmond von der Nationalpartei SNP bezeichnete den Plan als "Bestechung". Der angebliche Plan enthalte "nichts Neues". Es handle sich nur um eine "Neuverpackung" der bereits im Frühjahr gemachten Ankündigungen. "Heute ist die Nein-Kampagne endgültig zusammengebrochen", frohlockte Salmond.
 

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