Sigmar Gabriel

Parteitag

Sigmar Gabriel bleibt SPD-Chef

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Der 52-Jährige erhielt auf dem Parteitag in Berlin 91,6 Prozent der Stimmen.

Damit erzielte er ein schlechteres Ergebnis als bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren, als er 94,2 Prozent erreicht hatte.

"Ich danke für das große Vertrauen", sagte der wiedergewählte SPD-Vorsitzende. Er hatte bereits im Vorfeld mit einem etwas schwächeren Ergebnis als beim Parteitag in Dresden vor zwei Jahren gerechnet.

In den vergangenen zwei Jahren setzte sich Gabriel vor allem dafür ein, das Vertrauen der SPD-Basis wiederzugewinnen, sie stärker an Entscheidungen zu beteiligen und die Partei nach innen und außen wieder attraktiver zu machen. In seiner Rede vor den Delegierten hatte Gabriel am Vormittag gesagt, er sehe die SPD nun gut aufgestellt für die Regierungsübernahme 2013.

Der SPD-Parteivorsitzende gilt neben Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als möglicher Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl.

Gabriels Problem: Er gilt als wenig staatsmännisch, etwas sprunghaft und oft zu lautsprecherisch. Aber als Umweltminister hat er von 2005 bis 2009 gezeigt, dass er sich in hohe Ämter mit harter Disziplin hineinknien kann und sich so Respekt und Ansehen erarbeitet.

Er sagt, die SPD müsse wieder mehr dahin, wo die Menschen sind. Ein "Die da oben" dürfe sich nicht verfestigen, sonst wachse die Verachtung der Politik insgesamt. So ließ er sich nicht nur bei unzähligen SPD-Treffen in der Provinz blicken, sondern besuchte auch türkische Frauenfußballmannschaften beim abendlichen Training, ging in Betriebe und organisierte trotz des Parteitags mit seinem Kumpel Udo Lindenberg noch am letzten Freitag ein Konzert in Jena gegen Rechtsextremismus.

Gabriel will eine lebendige SPD - aber keine, die sich in Flügelkämpfen aufreibt. "Eine stumme Partei ist in der Regel auch eine dumme Partei", sagt er. Bürgerliche Wähler dürften nicht durch massive Steuererhöhungen verschreckt werden. Denn er will ja noch sein Meisterstück liefern: Die SPD 2013 als Parteichef wieder in eine rot-grüne Regierung führen - doch vorher muss er erstmal ohne Blessuren die schwierige Kanzlerkandidatenfrage klären.


 

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