Sklavin Rosie (30) jetzt in Sicherheit

London

Sklavin Rosie (30) jetzt in Sicherheit

Ihr Leben in Londons Schreckens-Haus. Sie schrieb Nachbarn 500 Liebesbriefe.

London. Ihr Blick ist schüchtern zu Boden gerichtet. Ihre Hände sind verkrampft. Die Schulter hängen kraftlos herunter.

Seit ihrer Geburt war Rosie im Londoner Horror-Haus gefangen gehalten worden. Jetzt wurde das erste Foto der 30-Jährigen veröffentlicht, und klar ist: Obwohl Rosie jetzt endlich in Sicherheit ist – ihre Angst hat die junge Frau noch längst nicht verloren.
Mit ihren zwei Mitgefangenen (einer 69-jährigen Malaysierin und einer 57-jährigen Irin) wurde Rosie von einer Hilfsorganisation nun an einem geheimen Ort untergebracht. Während die Polizei ihr ehemaliges Verlies im Londoner Stadtteil Lambeth Zentimeter für Zentimeter filzte.

Polizei stellte in Wohnung 2.500 Beweisstücke sicher
37 Beamte stellten in der Erdgeschosswohnung 2.500 Beweisstücke sicher. Und: Laut Guardian sollen auf Rosies Peiniger (ein 67-jähriges Paar) noch zwölf weitere Immobilien zugelassen sein. Ein Nachbar will erst vor drei Wochen eine weitere afrikanische Frau samt Baby in dem Haus des Paares gesehen haben. Gibt es noch andere Sklavereiopfer, von denen die Öffentlichkeit bisher nichts weiß …?
Behörden wussten von
Rosie, taten aber nichts

Unterdessen ist auch bekannt: Die Behörden wussten bereits vor 15 Jahren von Rosies Existenz. Scotland Yard wandte sich 1998 an die Gemeinde Lambeth und erklärte: Das Mädchen sei zwar gemeldet, gehe aber nicht zur Schule. Nachschau wurde nicht gehalten. Hätte schon damals Rosies Martyrium beendet werden können?


Opfer schrieb Nachbarn über 500 Liebesbriefe

Drama. Sie sprühte sie mit Parfüm ein, malte Herzen aufs Papier, hinterließ Küsse mit Lippenstift – mehr als sieben Jahre lang schrieb Rosie (30) aus ihrer Gefangenschaft heraus Briefe an ihren heute 27-jährigen Nachbarn Marius Feneck.
Zärtlich nennt sie ihn ihren „Engel“, ihren „Liebling“, schreibt über die „bösen Monster“, die sie festhalten, in ein „dunkles Verlies“ sperren, und bittet verzweifelt: „Versuch bitte nicht, mir zu helfen. Es würde nichts ändern.“

D. Müllejans



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