Sonntag droht die Eurokalypse

Griechenland wählt

Sonntag droht die Eurokalypse

Horror-Szenario der Weltbank; Weltwirtschaft droht das Chaos.

Die Nerven liegen blank, nicht nur in Athen. Sonntag entscheidet Griechenland. Eine Schicksalwahl. Für uns alle. Absoluter Wahl-Favorit ist Alexis Tsipras (37), der Radikal-Linke – jung, smart, hart und gefährlich. Ein unberechenbarer Demagoge. Er liegt in allen Umfragen vorne. Bis vor wenigen Tagen trat er noch als Euro-Hasser auf, sagte: „Weg mit dem EU-Spardiktat“ und forderte: „Wenn Europa das nicht akzeptiert, werden wir den Reformprozess und alle Zahlungen an unsere Kreditgeber stoppen.“

Zwar schwächte er das jetzt deutlich ab , aber Europa traut ihm nicht. Löst Tsipras nämlich nach einem Wahlsieg – wie x-fach angedroht – einseitig die Spar- und Reformpakete auf, ist ein Staatsbankrott nur eine Frage der Zeit. Ohne EU- und IWF-Hilfe kann Athen nicht überleben. Das Land wäre pleite, müsste raus aus der Euro-­Zone, zurück zur Drachme – die Euro-Kalypse wäre fix.

Selbst für die Weltbank wirkt dieses Szenario bereits wie eine Vorstellung aus dem Gruselkabinett der Weltwirtschaft.

Weltbank warnt vor einer Europleite und Welt-GAU
In einer ökonomischen Simulation entwarfen die Washingtoner Experten den schlimmsten Fall nach einem Griechen-Crash: Er könnte zu einem Domino-Effekt führen. Gleich mehrere Euroländer wie Spanien, Portugal, aber auch Italien gingen pleite. Ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts fiele weg, in der Eurozone sinkt das Bruttoinlandsprodukt in diesem Fall schon 2013 um 8,5 %!

Der Euro-Horror würde die ganze Welt in den Abgrund reißen: Rund um den Globus würde die Konjunktur abstürzen. Aufstrebende Schwellenländer fahren voll gegen die Wand, so verknüpft ist die Weltwirtschaft bereits: „Wahrscheinlich ist diese Entwicklung zwar nicht“, sagt Weltbank-Ökonom Hans Timmer, „aber das Undenkbare ist in der globalen Ökonomie nicht unmöglich.“

Auch der berühmte US-Ökonom Nouriel Roubini warnt: „Kollabiert Griechenland, werden viele Anleger in Panik geraten. Dann gibt es einen Run auf Banken. Wer den Griechen nach der Wahl den Stecker zieht, provoziert den totalen Zusammenbruch der Euro-Zone.“

Rekord-Zinsen für Spanien
Spanien rutscht immer tiefer in die Krise.

  • Spanien-Bonds: Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen übersprangen Donnerstag erstmals seit Einführung des Euro die Sieben-Prozent-Marke. Vor allem die Herabstufung der Bonität durch die Ratingagentur Moody’s machte die Anleger scheu. Madrid wurde mit „Baa3“ bewertet, drei Stufen schlechter als zuvor.
  • Angst vor Athen-Crash: Spaniens Außenminister Garcia-Margallo befürchtet weitere schlimme Auswirkungen nach einem Griechen-Crash: „Die Signale, die aus Griechenland kommen, machen mir Sorgen“, sagte er. Und: „Wenn Anleger sehen, dass ein Land aus der Euro-Zone ausscheiden kann, wird das auch für uns Folgen haben. Wenn die Titanic untergeht, werden alle Passagiere mitgerissen, auch die in der ersten Klasse …

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