Im Niger

Spitzendiplomat soll entführte Österreicherin befreien

Auf Ersuchen von Außenministerin Meinl-Reisinger.

Wien, Agadez. Der Sonderbeauftragte des Bundeskanzlers für globale Angelegenheiten, Peter Launsky-Tieffenthal, hilft im Fall der im Niger entführten Österreicherin. Launsky unterstütze auf Ersuchen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) seit dem Sommer die Bemühungen um Freilassung von Eva G., teilte das Außenministerium der APA anlässlich des Jahrestags der Entführung mit. Der Spitzendiplomat hat bereits in mehreren Entführungsfällen erfolgreich vermittelt.

Zuletzt war Launsky-Tieffenthal an der Befreiung des österreich-israelischen Doppelstaatsbürgers Tal Shoham beteiligt. Shoham kam im Oktober des Vorjahres nach zwei Jahren Geiselhaft im Gazastreifen frei. Der Ex-Generalsekretär im Außenministerium und frühere Unter-Generalsekretär bei der UNO in New York war außerdem unter anderem in die Freilassung von österreichischen Kidnappingopfern aus Afghanistan, dem Jemen, Iran und den Fall der Salzburger Sahara-Geiseln eingebunden.

"Immer ein Team Effort"

Launsky-Tieffenthal betont, dass derartige Entführungsfälle "immer ein Team Effort", also eine gemeinsame Anstrengung darstellten. Viele Personen und Institutionen seien involviert, sagte er zur APA. Wichtig seien Kontakte zu Partnern und Reisen in die Region. Dass es Entführern generell um Lösegeld gehe, dementierte der Diplomat. Es würden politische oder rechtliche Ziele verfolgt oder auch wirtschaftliche Vorteile angestrebt.

Zum aktuellen Entführungsfall von Eva G. äußerte sich Launsky nur zurückhaltend. Es gebe Kontakte zu Staaten, Gruppierungen und Institutionen sowie einen engen Austausch mit der Familie der Österreicherin, verriet er lediglich.

Entführung vor einem Jahr

Eva G. war vor einem Jahr entführt worden. Bewaffnete Männer drangen laut Augenzeugen am Abend des 11. Jänners 2025 in ihr Haus in der nigrischen Wüstenstadt Agadez ein und verfrachteten sie in einen Geländewagen. Die Österreicherin, die seit fast drei Jahrzehnten in Agadez lebt, ist in der Region sehr gut vernetzt, berichtete das lokale Infoportal Aïr-Info. Demnach hatte G. schon Jahre zuvor Entführungsdrohungen erhalten.

Die Sicherheitslage in der Sahelzone ist nach Militärputschen in Mali, Burkina Faso und Niger 2021, 2022 und 2023 sehr angespannt. Das österreichische Außenministerium hat wegen der Anschlags- und Entführungsgefahr eine Reisewarnung für den Niger ausgesprochen. Die Zahl der Entführungen von ausländischen Staatsbürgern stieg im Vorjahr stark an.

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