Syrien Proteste

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Syrer nutzten Feuerpause für Proteste

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Es erfolgten Kundgebungen unter dem Motto "Die Revolution geht weiter".

Hunderte Regierungskritiker haben die Waffenruhe in Syrien genutzt und sind am Freitag erstmals seit Jahren wieder gegen die Führung auf die Straße gegangen. Demonstrationen unter dem Motto "Die Revolution geht weiter" wurden aus von Rebellen gehaltenen Gebieten in den Provinzen Aleppo, Damaskus, Homs und Daraa gemeldet.

Sturz von Assad
Die Protestierenden schwenkten Flaggen der Opposition und forderten den Sturz von Präsident Bashar al-Assad. "Wir sind wieder zu den Anfängen zurückgekehrt", sagte der Aktivist Hasaan Abu Nuh. Er ging in der Rebellenhochburg Talbisse in der Provinz Homs auf die Straße. Zuletzt gab es dort im Juni 2012 regierungskritische Proteste. Mit derlei Kundgebungen hatte der Syrien-Konflikt im Frühjahr 2011 begonnen - angesichts der brutalen Niederschlagung der Proteste traute sich die Bevölkerung jedoch schon bald nicht mehr zu Massendemonstrationen.

Kloß im Hals
"Die Menschen sind glücklich", sagte Abu Nuh über die seit einer Woche geltende Waffenruhe und die Chance neuer Demonstrationen. Aber viele Demonstranten hätten auch einen Kloß im Hals: "Viele junge Menschen, die mit uns gemeinsam protestiert haben, sind jetzt tot", sagte der Aktivist, den AFP am Telefon erreichte.

Chance
Auch in der Stadt Aleppo, die seit dem Sommer 2012 zwischen Regierungstruppen und Aufständischen geteilt ist, gingen mehr als 200 Menschen auf die Straße, wie ein AFP-Videoreporter beobachtete. Mit der Waffenruhe kehre auch die Chance zurück, der Welt zu zeigen, "dass wir keine bewaffneten Banden sind, sondern ein Volk, das Freiheit und den Sturz des Regimes fordert", sagte der Aktivist Abu Nadim.

Brüchige Waffenruhe
Der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge gab es auch in den Städten Atareb und Asas in der Provinz Aleppo sowie in Ortschaften der Provinzen Idlib und Daraa Proteste. Die mitunter brüchige Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und Rebellen war am vergangenen Wochenende in Kraft getreten. Davon ausgenommen sind Jihadistengruppen wie der "Islamische Staat" (IS), die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front und mit ihr verbündete Milizen.
 

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