Thailand will Auslieferung von Ex-Regierungschefin

2017 geflohen

Thailand will Auslieferung von Ex-Regierungschefin

Großbritannien soll die 51-Jährige ins südostasiatische Land überstellen.

Thailands regierende Militärjunta fordert von London die Auslieferung der ehemaligen Regierungschefin Yingluck Shinawatra. Die Regierung verlange die Überstellung der "thailändischen Staatsbürgerin Yingluck Shinawatra", deren Aufenthaltsort im Vereinigten Königreich vermutet werde, schrieb die thailändische Botschaft in London in einem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.
 
Yinglucks gewählte Regierung wurde 2014 in einem Militärputsch gestürzt. Im August 2017 floh sie aus Thailand, nachdem sie wegen Vernachlässigung ihrer Amtspflichten angeklagt wurde. In Abwesenheit wurde sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ihre Anhänger sahen in dem Prozess ein Mittel, um Yinglucks Familie von politischem Engagement fernzuhalten.
 
Berichten zufolge hielt sich die ehemalige Regierungschefin zunächst in Dubai und dann in London auf, wo sie Gerüchten zufolge Asyl beantragen wollte. Fotos, die sie angeblich in Japan, Singapur und China zeigten, zirkulierten in den sozialen Medien. Großbritannien hat ein Auslieferungsabkommen mit Thailand.
 
Yingluck ist die jüngere Schwester des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Thaksin war 2006 durch einen Militärputsch gestürzt worden und floh später ins Exil nach Dubai. Yinglucks Versuch, im Parlament ein Amnestiegesetz durchzubringen, das ihrem Bruder womöglich die Rückkehr nach Thailand ermöglicht hätte, führte zu heftigen Protesten von Royalisten und Militärs.
 
Nach monatelangen Unruhen zwischen den Yingluck unterstützenden Rothemden und den royalistischen Gelbhemden mit fast 30 Todesopfern übernahm die Armee im Mai 2014 die Macht. Danach setzte sie die Verfassung außer Kraft.
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