Russland Panzer

Ukraine-Krieg

Militärexperte rechnet mit russischem Großangriff

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Franz-Stefan Gady vom Internationalen Institut für Strategische Studien IISS beschreibt detailliert einen russischen Angriff vom Norden her – aus Belarus. 


Russische Einheiten sind in der Nacht auf Dienstag die Separatisten-Gebiete der Ost-Ukraine einmarschiert – doch Militärexperten rechnen inzwischen mit einem Angriff auf das gesamt 44-Millionen-Einwohner-Land. Franz Stefan Gady vom Institut für Strategische Studien in London skizzierte auf Twitter einen Vorstoß vom Norden aus, also aus Belarus, wo Russland ja kürzlich Manöver abgehalten hat.

© APA/Grafik
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Es gibt null Anzeichen für Deeskalation

Gady sieht derzeit „null Anzeichen für Deeskalation“ – stattdessen „bewegen sich russische Truppen von Verfügungsräumen in Angriffspositionen nahe (15-30km) weißrussisch-ukrainisch-russischer Grenzen in Angriffspositionen. Truppen können dort Tage und nicht Wochen verweilen. In dieser kurzen Zeit sei entweder mit Rückzug oder Angriff zu rechnen“.

Zeichen stehen auf Großangriff 

Laut Gady stünden die Zeichen aber eher auf einen „Großangriff“ der „160.000 bis 200.000 Russen“: „Hauptstoss wird nicht aus dem Donbass erfolgen – sondern von Norden gen Süden westlich der Dnepr entlang mehrere Achsen im Rücken der Ukraine Streitkräfte um zu verhindern dass sie sich im Verzögerungskampf am Fluss festsetzen, Kiew wird eingeschlossen“.

Hat Ukraine eine Chance? Langer verlustreicher Kampf

Der Experte hat auch die ukrainische Armee bewertet: „Falls es tatsächlich zu solchen Bodenoperationen kommt, wird das ein schwerer/verlustreicher Kampf für russische Truppen. Kampfkraft der ???????? Streitkräfte stieg in den letzten Jahren. Fähigkeiten/Kapazitäten sind durchaus vorhanden, aber quantitativ/qualitativ sind sie unterlegen.“
So soll der Vorstoß erfolgen:

  1.  Massive boden-gestützte Feuer (Mehrfachraketenwerfer, Artillerie, ballistische Raketen); plus Luftschläge
  2.  Luftlandetruppen die im Rücken des Gegners neuralgische Punkte besetzen.
  3.  Dann mechanisierte/gepanzerte Verbände.
  4.  Alles unterstützt von elektronischen Kampfmitteln/psychologischer Kriegsführung.

Gady gibt selbst zwar zu, dass die Analyse „mit Vorsicht zu genießen ist“. Sein Kollege Gustav C Gressel vom Thinktank „European Council on Foreign Relations“ gibt Gady aber Recht: „Die Einschätzung stimmt. Wir sehen starke Konzentrationen mit Blick auf Kiew (35. 6. 2. 41. Armee), Kharkiv (1.PzArmee, 20. Armee), und von der Krim aus. Donbas (8.Armee) ist eher schwach.“
  

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