Belagerte Stadt

Stadtrat von Mariupol: Bereits 1.582 Zivilisten getötet

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Heizung und Strom in belagerter Stadt ausgefallen.

Mariupol/Kiew/Moskau. In der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist die Zahl der getöteten Zivilisten ukrainischen Angaben zufolge auf 1.582 gestiegen. Die humanitäre Lage in Mariupol sei katastrophal, hieß es weiter in einer Mitteilung des Stadtrats vom Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram. Mehrere Versuche, Menschen zu evakuieren, sind in den vergangenen Tagen gescheitert.

Nach Angaben der Stadt werden dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Nahrungsmittel benötigt. Heizung und Strom sind ausgefallen. Viele Einwohner suchen in Kellern Schutz vor Angriffen. Auch am Freitag habe ein Hilfskonvoi aus der Stadt Saporischschja nicht bis nach Mariupol vordringen können, meldete die Agentur Ukrinform.

Der Statistik der Vereinten Nationen zufolge sind bisher landesweit etwas mehr als 560 tote Zivilisten belegt. Die Ukraine geht von deutlich höheren Zahlen aus.

Auch die prorussischen Donezker Separatisten verzeichnen steigende Totenzahlen in ihren Reihen. Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine vor gut zwei Wochen seien bisher rund 200 Kämpfer getötet worden, teilten sie am Abend mit.

Russischer Militär-Konvoi vor Kiew zerstreut sich 

Ein kilometerlanger Konvoi mit russischen Militärfahrzeugen vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew zerstreut sich Angaben der US-Regierung stellenweise. Einige Fahrzeuge verließen die Straße und parkten in Baumreihen, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Freitag. "Sie fahren nirgendwo hin. Es ist nicht so, dass sie nun querfeldein nach Kiew fahren." Vielmehr geht die US-Regierung davon aus, dass die Fahrzeuge sich so besser tarnen können.

Stadtrat von Mariupol: Bereits 1.582 Zivilisten getötet
© Maxar
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Neue Satelliten-Bilder zeigen den Konvoi.

"Die Ukrainer versuchen weiterhin, Wege zu finden, um Fahrzeuge anzugreifen", sagte der Beamte. Das Vorgehen habe eher keine taktischen Gründe, um das Vorankommen des Konvois zu beschleunigen, hieß es. Der Beamte konnte keine genauen Angaben dazu machen, wie weit Kiew bereits eingekesselt ist. Aus nordwestlicher Richtung sei das russische Militär etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. "Kiew ist eine große Stadt", sagte er. Das bedeute daher, dass die russischen Soldaten an dieser Stelle in und rund um die Vororte der Hauptstadt vorgedrungen seien. An anderen Stellen seien sie noch weiter entfernt.

Russland meldet: Mariupol komplett eingeschlossen 

Russland gibt einem Medienbericht zufolge eine komplette Einschließung der südlichen ukrainischen Hafenstadt Mariupol bekannt. Alle Brücken und alle Straßen in die Stadt sei nun zerstört oder von ukrainischen Streitkräften vermint worden, meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau.

Zudem habe die Ukraine nur zwei der zehn Verläufe von humanitären Korridoren zugestimmt, die Russland vorgeschlagen habe. Darunter sei keine der Korridore, die nach Russland führen sollten. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. 

Selenskyj: Sind auf Siegeskurs 

Die Ukraine ist nach Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Siegeskurs. Man habe im Krieg gegen Russland einen "strategischen Wendepunkt" erreicht, sagte Selenskyj am Freitag in einer TV-Ansprache. Es brauche noch Zeit und Geduld, bis der Sieg erreicht sei. "Es ist unmöglich zu sagen, wie viele Tage wir noch brauchen, um ukrainisches Land zu befreien. Aber wir können sagen, dass wir es schaffen werden. Denn wir haben bereits einen strategischen Wendepunkt erreicht."

Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft auf, ihre Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Wenn der Krieg mit Russland weitergehe, dann bedeute das, dass mehr Sanktionen seitens der Partner der Ukraine notwendig seien. Die Europäische Union müsse mehr tun, forderte Selenskyj. Für die Angriffe der russischen Truppen auf die Fluchtkorridore aus belagerten ukrainischen Städten müsse Russland bestraft werden.

Mega-Konvoi setzt sich in Bewegung

Satellitenbildern des in den USA ansässigen Unternehmens Maxar Technologies zufolge soll ein großer russischer Militärkonvoi, der zuletzt nordwestlich von Kiew in der Nähe des Antonow-Flughafens gesehen wurde, weitgehend aufgelöst und verlagert worden sein. Laut dem Unternehmen zeigen die Bilder gepanzerte Einheiten, die in und durch die umliegenden Städte in der Nähe des Flughafens manövrieren. Teile des Konvois sollen weiter nördlich in der Nähe von Lubjanka neu positioniert worden sein.

Stadtrat von Mariupol: Bereits 1.582 Zivilisten getötet
© Maxar
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Angriffe auf Kindergarten und Klinik

Von Russland unterstützte Rebellen haben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge die ukrainische Stadt Wolnowacha im Norden der belagerten Hafenstadt Mariupol eingenommen. Die Agentur berief sich auf das russische Verteidigungsministerium. Wolnowacha hat als nördlichen Zugang zu Mariupol strategische Bedeutung. Zuvor meldete der ukrainische Rettungsdienst Angriffe auf zivile Ziele in der zentralukrainischen Stadt Dnipro.

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© Press service of the National Police of Ukraine
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Mindestens ein Mensch sei getötet worden. Die Angriffe hätten sich in der Nähe eines Kindergartens und eines Wohngebäudes ereignet. In der Früh "gab es drei Luftangriffe in der Stadt, die einen Kindergarten, ein Apartmenthaus und eine zweistöckige Schuhfabrik trafen", erklärten die Rettungskräfte. Die Stadt mit etwa einer Million Einwohnern war bisher von größeren russischen Angriffen verschont geblieben.

 

  

Russland griff Agenturberichten zufolge außerdem die Fliegerhorste in den ukrainischen Städten Lutsk und Iwano-Frankiwsk an und zerstörte sie. Die Agenturen beziehen sich auf Aussagen des Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow. Ihm zufolge wurden seit Beginn des von Russland bezeichneten militärischen Sondereinsatzes 3.213 militärische Einrichten der Ukraine zerstört.

Mehrere Städte eingekesselt

Das russische Militär versucht nach Einschätzung des Pentagons ukrainische Städte zu umzingeln, darunter auch die Hauptstadt Kiew. "Charkiw und Tschernihiw, Mariupol - wir sehen diese Bemühungen, einzukreisen und zu umzingeln", sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Man beobachte dies auch rund um die Hauptstadt Kiew. Die russischen Soldaten kämen von mehreren Seiten, so der Beamte. "Was wir also sehen, sind diese verschiedenen Vorstoßlinien in Richtung Kiew."

Kiew sei aber viel größer als die anderen Städte und werde stark verteidigt. Die russischen Streitkräfte seien in den vergangenen 24 Stunden weiter vorgerückt und hätten schätzungsweise fünf Kilometer gut machen können, hieß es weiter. Das sei aber im Verhältnis gar nicht so viel. "Wie gesagt, Kiew wird gut verteidigt, und die Ukrainer setzen eine Menge Energie ein (...), um ihre Hauptstadt zu schützen", so der Beamte. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man keine Aussage dazu treffen, wie lange es dauere, bis die Russen möglicherweise richtig in Kiew eindringen. Stellenweise seien die russischen Soldaten um die 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

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 22:05

Evakuierungen extrem schwierig

Die Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften und belagerten Städten der Ukraine läuft weiter nur schleppend. Nach Angaben der ukrainischen Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk wurden am Freitag rund 3.800 Menschen in Sicherheit gebracht, während Hunderttausende Menschen weiterhin in von russischen Truppen eingekesselten Städten wie Mariupol festsitzen.

Aus den nordwestlich von Kiew gelegenen Vororten Butscha, Hostomel, Worsel und dem Dorf Kosarowytschi nördlich der Hauptstadt hätten Einwohner über humanitäre Korridoren fliehen können, sagte Wereschtschuk. Keine Evakuierungen seien in Isjum, Mariupol und Wolnowacha zustande gekommen. Auch die russische Seite berichtete von erneuten Schwierigkeiten bei der Evakuierung von Zivilisten.

 21:22

Biden sieht Putin schon jetzt gescheitert

 21:03

IStGH warnt vor Kriegsverbrechen in der Ukraine

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat die Kriegsparteien in der Ukraine vor möglichen Kriegsverbrechen gewarnt. "Wenn Angriffe absichtlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtet sind, ist das ein Verbrechen", sagte IStGH-Chefankläger Karim Khan am Freitag. "Es gibt keine rechtliche Rechtfertigung, es gibt keine Entschuldigung für Angriffe, die wahllos erfolgen oder deren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung unverhältnismäßig sind."

Die russischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen ihren Beschuss auf zahlreiche belagerte Städte ausgeweitet. Für Entsetzen sorgte am Mittwoch ein Angriff auf eine Entbindungsklinik in der Hafenstadt Mariupol, bei dem nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen starben.

 20:43

Schweiz verbietet Überflug für Ukraine-Waffenlieferungen

Die Schweiz hat ein Verbot von Überflügen ihres Staatsgebietes für Waffenlieferungen in die Ukraine beschlossen. Wegen des Kriegs in der Ukraine werde den Kriegsparteien sowie "anderen Staaten" keine Überflugsgenehmigung erteilt, die das Ziel hätten, "die Konfliktparteien militärisch zu unterstützen" erklärte der Bundesrat.

 20:07

82 weitere Militäranlagen in Ukraine zerstört

Russland hat bei seinen Angriffen am Freitag nach eigenen Angaben 82 Militäranlagen zerstört. Darunter seien vier Kommando- und Kontrollzentren der ukrainischen Armee, sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Zudem seien drei Flugabwehrsysteme getroffen worden. Außer Betrieb gesetzt worden seien auch drei Depots für Munition und Treibstoff. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Seit Kriegsbeginn vor gut zwei Wochen sollen dem Sprecher zufolge insgesamt 3.346 ukrainische Militärobjekte zerstört worden sein.

 20:06

G7-Staaten wollen Russland weiter isolieren

Mit weiteren Strafmaßnahmen wollen die G7-Staaten den Druck auf Russland erhöhen und das Land international weiter isolieren. So sollen wichtige Vorteile von Russlands Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO) aufgehoben werden - dies hatten bereits US-Präsident Joe Biden und die EU angekündigt. Konkret soll Russland der sogenannte "Meistbegünstigungsstatus" in Bezug auf Schlüsselprodukte in den G7-Märkten entzogen werden.

In einer am Freitag von der deutschen G7-Präsidentschaft verbreiteten Erklärung der Staats- und Regierungschefs führender Industrienationen hieß es: "Wir begrüßen die laufenden Vorbereitungen für eine Erklärung einer breiten Koalition von WTO-Mitgliedern, einschließlich der G7, in der sie ankündigen, Russland den Meistbegünstigungsstatus zu entziehen."

 19:53

US-Regierung: Luftabwehr der Ukraine ist sehr effektiv

Ein großer Teil der ukrainischen Kampfflugzeuge ist nach Angaben der US-Regierung noch intakt. "Sie haben noch etwa 56 Kampfflugzeuge am Boden, das ist der große Teil ihrer Flotte", sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Freitag. Die Kampfjets würden aber nur fünf bis zehn Einsätze pro Tag fliegen - das ukrainische Militär setze eher auf Luftabwehr vom Boden aus. Das russische Militär fliege indessen mehr als 200 Einsätze pro Tag.

Der Beamte betonte, dass die Luftverteidigung der Ukraine sehr "effektiv" und "kreativ" sei. Die US-Regierung hatte zuletzt einen Vorschlag Polens abgelehnt, MiG-29-Kampfjets über einen US-Stützpunkt in Deutschland an die Ukraine zu liefern. Dabei betonte Washington auch, dass es die Lieferung von Kampfjets generell als hochriskant und kaum effektiv betrachte. Die Ukraine hatte auch nach der Absage die Hoffnung auf Kampfjets nicht aufgegeben. "Fakt ist, dass wir diese Flugzeuge so schnell wie möglich brauchen, um den Luftraum zu schützen", sagte der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk.

 19:06

Duda: Das "Reich des Bösen" zeigt wieder sein Gesicht

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat in einer Rede vor beiden Kammern des polnischen Parlaments zu einer stärkeren Unterstützung der Ukraine aufgerufen. Kiew und andere ukrainische Städte dürften nicht das Schicksal Warschaus teilen, das im Zweiten Weltkrieg total zerstört wurde, sagte er anlässlich des Jahrestages des polnischen NATO-Beitritts im Jahr 1999.

Als er über den russischen Angriff auf die Ukraine sprach, erinnerte er an die Worte des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, der die Sowjetunion als "Reich des Bösen" bezeichnet hatte. "Das, was Russland in der Ukraine macht, zeigt, dass das `Reich des Bösen ́ nie in die Geschichte eingegangen ist und heute erneut sein schlimmstes Gesicht zeigt", sagte Duda. "Halten wir das Böse auf - das ist die Herausforderung für die gesamte freie Welt." Polen und die anderen Staaten der Region hätten Recht gehabt, als sie den Westen vor "russischem Imperialismus" und der Abhängigkeit vor russischen Rohstoffen gewarnt hätten.

Der russische Angriff auf die Ukraine habe nun allerdings eine Stärkung des nordatlantischen Bündnisses bewirkt, sagte Duda. Er zeige, wie wesentlich die NATO und eine starke Präsenz amerikanischer Truppen in Europa sei.

 19:06

Youtube sperrt Leugner der russischen Invasion

Youtube sperrt von sofort an Kanäle, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. "Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren", sagte ein Youtube-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Deshalb entferne man Inhalte über die russische Invasion in der Ukraine, die gegen diese Richtlinien verstoßen.

 18:58

Statement von Ursula von der Leyen

 17:49

Russland verleibt sich AKW Saporischschja ein

Dem ukrainischen Energieversorger Energoatom zufolge beansprucht Russland das besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Den Mitarbeitern des Kraftwerks sei gesagt worden, dass es nun dem russischen Staatskonzern Rosatom gehöre, erklärt Energoatom. Russische Truppen nahmen das größte AKW Europas am 04. März ein. Die Reaktormannschaft betreibt das Kraftwerk seitdem weiter.

 17:48

Putin und Lukaschenko tauschen sich über Entwicklungen in der Ukraine aus

 17:20

Kiew kritisiert geplanten Einsatz ausländischer Söldner

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die von Russland geplante Entsendung Freiwilliger aus dem Nahen Osten in den Donbass kritisiert. "Raketen, Fliegerbomben, Artillerie. Und jetzt auch noch syrische Söldner, die überhaupt nicht unterscheiden, wer in welcher Sprache hier redet, wer in welche Kirche geht und wer welche Partei unterstützt", sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Video, das ihn vor seinem Sitz in Kiew zeigt.

Die Syrer kämen aus einem Land, das so zerstört worden sei wie jetzt die ukrainischen Städte Mariupol, Charkiw, Ochtyrka, Tschernihiw, Wolnowacha und Isjum, sagte Selenskyj. Es seien "Söldner, die einfach zum Morden auf fremde Erde kommen".

 17:15

Ukraine beschuldigt Russland, Belarus zu beschießen

Nach Darstellung der Ukraine will Russland mit Luftangriffen auf belarussische Dörfer einen Kriegseintritt des Nachbarlandes provozieren. Der ukrainische Grenzschutz habe am Nachmittag den Start russischer Kampfflugzeuge von einem Fliegerhorst in Belarus registriert, teilte die ukrainische Luftwaffe am Freitag mit. Die Maschinen seien in den ukrainischen Luftraum eingedrungen und hätten dann das Feuer auf das Dorf Kopani in Belarus eröffnet.

"Dies ist eine Provokation! Das Ziel ist es, die Streitkräfte der Republik Belarus in den Krieg mit der Ukraine reinzuziehen", erklärte die ukrainische Luftwaffe. Nach Angaben der ukrainischen Armee wurden zwei weitere belarussische Gemeinden ebenfalls von den russischen Flugzeugen angegriffen.

 16:15

Außenminister Schallenberg traf Amtskollegen bei Antalya-Forum

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ist am Freitag am Rande des "Antalya Diplomacy Forum" mit seinen Amtskollegen aus Nordmazedonien (Bujar Osmani) und Armenien (Ararat Mirsojan) sowie mit dem EU-Kosovo-Sonderbeauftragten Miroslav Lajcak zusammengetroffen. Dies geht aus Tweets hervor, die Schallenberg publizierte. "Der Krieg Russlands in der Ukraine zeigt, dass man mit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien nicht mehr warten darf", betonte Schallenberg.

Ebenfalls in Antalya hielt sich Schallenbergs Vorgängerin Karin Kneissl auf.

 15:03

Tschernobyl laut ukrainischen Behörden weiter ohne Strom

Der Unglücksreaktor von Tschernobyl erhält nach ukrainischen Angaben entgegen russischen Beteuerungen weiter keinen Strom von außen. "Derzeit wird versucht, die externe Stromversorgung des Standorts wiederherzustellen", heißt es in einer Erklärung der Atom-Aufsichtsbehörde. Das russische Energieministerium hatte am Donnerstag erklärt, die Versorgung sei durch belarussische Experten wieder hergestellt worden. Ohne die bei Kämpfen beschädigte externe Leitung wird das stillgelegte Kraftwerk von Dieselgeneratoren vor Ort versorgt. Nach ukrainischer Darstellung steigt dabei die Gefahr, dass Radioaktivität austritt.

 13:52

Selenskyj: Sind auf Siegeskurs

Die Ukraine ist nach Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Siegeskurs. Man habe im Krieg gegen Russland einen "strategischen Wendepunkt" erreicht, sagte Selenskyj am Freitag in einer TV-Ansprache. Es brauche noch Zeit und Geduld, bis der Sieg erreicht sei. "Es ist unmöglich zu sagen, wie viele Tage wir noch brauchen, um ukrainisches Land zu befreien. Aber wir können sagen, dass wir es schaffen werden. Denn wir haben bereits einen strategischen Wendepunkt erreicht."

Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft auf, ihre Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Wenn der Krieg mit Russland weitergehe, dann bedeute das, dass mehr Sanktionen seitens der Partner der Ukraine notwendig seien. Die Europäische Union müsse mehr tun, forderte Selenskyj. Für die Angriffe der russischen Truppen auf die Fluchtkorridore aus belagerten ukrainischen Städten müsse Russland bestraft werden.

 12:50

UNO: Wohl mehrere russische Kriegsverbrechen

Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte hat in der Ukraine zahlreiche russische Angriffe auf zivile Ziele dokumentiert. Dabei könne es sich um Kriegsverbrechen handeln, sagte eine Sprecherin des Hochkommissariats am Freitag in Genf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit Beginn des Krieges am 24. Februar mindestens 26 Gesundheitseinrichtungen angegriffen worden. Dabei seien zwölf Menschen umgekommen und 34 verletzt worden, sagte ein Sprecher in Genf.

Die Sprecherin des Hochkommissariats sprach von "offenbar wahllosen Angriffen", bei denen Zivilisten getötet und verletzt wurden, was nach dem humanitären Völkerrecht verboten ist. Russische Streitkräfte setzten in der Nähe von bewohnten Gebieten Raketen sowie schwere Artilleriegranaten ein und griffen aus der Luft an. Es gebe glaubhafte Berichte über den Einsatz von Streumunition.

 12:37

Schröder zu Gesprächen in Moskau - Kreml sagt nichts

Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder ist in Moskau, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über den Ukraine-Krieg zu führen. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals "Politico" und der "Bild"-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein erstes Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Gespräch nicht.

Auf die Frage von Journalisten nach einem Treffen des SPD-Politikers mit dem Kremlchef sagte Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge: "Ich habe keine Informationen zu Schröder. Ich kann Ihnen nichts sagen." Die deutsche Regierung hatte zuvor erklärt, dass die Reise nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei. Bundeskanzler Olaf Scholz wollte sie am Rande des EU-Gipfels in Versailles nicht kommentieren.

 11:15

Kiew: Kriegsschäden übersteigen bereits 100 Milliarden Euro

Der russische Krieg gegen die Ukraine soll nach Angaben aus Kiew bereits Schäden von umgerechnet mehr als 100 Milliarden Euro verursacht haben. "Heute ist diese Ziffer konkretisiert worden - es sind 119 Milliarden US-Dollar (107,36 Mrd. Euro)", sagte Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur UKRINFORM. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Zahl zunächst nicht.

Die Summe steige mit jedem Kriegstag, sagte Kudin. Das Ministerium berücksichtige in seine Berechnungen sowohl direkte Schäden als auch indirekte Verluste durch den Rückgang der Wirtschaftsleistung. Zuvor hatte das Präsidentenbüro in Kiew die Zerstörungen allein in der ersten Kriegswoche auf umgerechnet rund 92 Milliarden Euro beziffert.

 10:42

Borrell: EU will Militärhilfe verdoppeln

Die Europäische Union will ihre Militärhilfe für die Ukraine verdoppeln. Die EU-Kommission habe vorgeschlagen, weitere 500 Millionen Euro bereitzustellen, sagte EU-Außenbeauftragter Josep Borrell am Rande des zweiten Tages des EU-Sondergipfels zur Ukraine in Versailles. "Jeder war sich vollkommen bewusst, dass wir unsere militärische Unterstützung für die Ukraine verstärken müssen."

Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs in einem beispiellosen Schritt erstmals in der Geschichte der Union darauf verständigt, EU-Mittel für Militärhilfe in Höhe von 500 Millionen Euro bereitzustellen. Das neutrale Österreich ermöglichte den Beschluss, indem es die in den EU-Verträgen vorgesehene Möglichkeit der "konstruktiven Enthaltung" nützte.

 10:26

London: Angriffe auf Kiew binnen Tagen wahrscheinlich

Experten der britischen Regierung halten Angriffe russischer Truppen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in den kommenden Tagen für wahrscheinlich. Das geht aus einer Einschätzung des Verteidigungsministeriums in London hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. "Russland wird wohl versuchen, seine Kräfte neu aufzustellen für erneute Offensiven in den kommenden Tagen. Das wird wahrscheinlich auch Militäraktionen gegen die Hauptstadt Kiew einschließen", hieß es darin.

Gleichzeitig gehen die britischen Militärexperten davon aus, dass die russische Armee "mit großer Wahrscheinlichkeit" hinter ihren Plänen für die Invasion zurückliegt. Russland mache nur eingeschränkte Fortschritte. Logistische Probleme, die den Vormarsch aufgehalten hätten, bestünden weiterhin. Hinzu komme der weiterhin starke Widerstand ukrainischer Kräfte.

 10:23

Gouverneur von Charkiw: Psychiatrische Klinik getroffen

Russische Streitkräfte trafen das Spital in Charkiw nach Angaben des Regionalgouverneurs. Es seien 330 Menschen in der Klinik gewesen und 73 seien evakuiert worden, erklärt Gouverneur Oleh Synegubow - ohne jedoch Opferzahlen zu nennen. Er sprach von einem brutalen Angriff auf Zivilisten.

 10:18

Selenskyj-Berater warnt vor Hungersnot

Der Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten, Oleg Ustenko, warnt vor einer Hungersnot, sollte der Krieg in der Ukraine andauern. "Uns bleibt maximal eine Woche für die Saat. Wenn der Krieg bis dahin nicht aufhört, dann hat die Welt ein Nahrungsproblem", sagte der Ökonom der "Wirtschaftswoche". Die Ukraine ist wie Russland ein großer Weizenexporteur. Der Krieg belastet die globalen Getreidemärkte und hat dort schon zu deutlichen Preissprüngen geführt.

 09:57

Putin wirbt um Freiwillige für seinen Krieg im Nachbarland

Der russische Präsident Wladimir Putin wirbt um Freiwillige für seinen Angriffskrieg im Nachbarland Ukraine. Er wolle freiwilligen Söldner erlauben, gegen die ukrainischen Streitkräfte zu kämpfen, sagte Putin am Freitag bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung des nationalen Sicherheitsrats in Moskau zu seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Zugleich billigte er die Übergabe eroberter, westlicher Raketensysteme an pro-russische Rebellen.

 09:37

IV-Knill: Verzicht auf Russen-Gas wäre "sehr gefährlich"

Industriellenvereinigungs-Präsident Georg Knill hält die "Idee", freiwillig auf russisches Öl und Gas zu verzichten, für "sehr gefährlich" - auch wenn manche Länder mit geringerer Abhängigkeit anders argumentieren würden. Zu glauben, die Menge an russischem Gas, von dem Österreich zu 80 Prozent abhängig ist, "kurzfristig ersetzen" zu können, sei "völlig utopisch", sagte der IV-Präsident im Interview mit der "Presse" (Freitag).

"Wir können die Wirtschaft ohne Gas nicht aufrechterhalten. Wir können nicht so schnell aus dieser Abhängigkeit aussteigen", warnte Knill. 40 Prozent des Erdgases in Österreich brauche der produzierende Sektor, 30 Prozent würden in die Energieversorgung gehen - vor allem in die Stabilisierung des Stromnetzes. Bei den Haushalten lande nur ein Fünftel.

 09:02

WHO empfiehlt Ukraine Zerstörung von Krankheitserregern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt der Ukraine, hoch gefährliche Krankheitserreger in ihren Laboren zu zerstören, um mögliche Ausbreitungen nach Angriffen zu verhindern. Der Vormarsch Russlands und die Bombardierung der Städte erhöhten die Gefahr, dass Krankheitserreger, an denen in den Laboren geforscht werde, durch Zerstörungen der Gebäude freigesetzt würden und sich in der Bevölkerung verbreiten könnten, erfährt Reuters von der WHO.

 08:21

Russland zerstört zwei Fliegerhorste in der Ukraine

Russland hat Agenturberichten zufolge die Fliegerhorste in den ukrainischen Städten Lutsk und Iwano-Frankiwsk angegriffen und sie zerstört. Die Agenturen beziehen sich auf Aussagen des Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow. Ihm zufolge wurden seit Beginn des von Russland bezeichneten militärischen Sondereinsatzes 3213 militärische Einrichten der Ukraine zerstört.

 07:46

Prorussische Rebellen nehmen Wolnowacha ein

Von Russland unterstützte Rebellen haben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge die ukrainische Stadt Wolnowacha im Norden der belagerten Hafenstadt Mariupol eingenommen. Die Agentur berief sich auf das russische Verteidigungsministerium. Wolnowacha hat als nördlichen Zugang zu Mariupol strategische Bedeutung

 07:16

Orban: Keine EU-Sanktionen im Bereich Öl und Gas

Die EU wird dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zufolge russisches Gas oder Öl nicht mit Sanktionen belegen. Die Entscheidung zu dem wichtigsten Thema sei gut ausgefallen. "Es wird keine Sanktionen auf Gas oder Öl geben, die Energielieferung an Ungarn ist also sicher", sagte Orban in einem Video, das auf seiner Facebook-Seite gepostet wurde.

 07:11

Schröder zu Gesprächen mit Putin in Moskau

Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder ist in Moskau, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Gespräche über den Ukraine-Krieg zu führen. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals "Politico" und der "Bild"-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein erstes Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt. Ob weitere geplant sind, blieb zunächst unklar.

Die Bundesregierung hatte zuvor erklärt, dass die Reise nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei. Bundeskanzler Olaf Scholz wollte sie am Rande des EU-Gipfels in Versailles nicht kommentieren.

 07:07

Luftangriffe auf zivile Ziele in Dnipro

Auf die zentralukrainische Stadt Dnipro hat es nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes Luftangriffe auf zivile Ziele gegeben. Mindestens ein Mensch sei getötet worden. Die Angriffe hätten sich in der Nähe eines Kindergartens und eines Wohngebäudes ereignet.

In der Früh "gab es drei Luftangriffe in der Stadt, die einen Kindergarten, ein Apartmenthaus und eine zweistöckige Schuhfabrik trafen", erklärten die Rettungskräfte. Die Stadt mit etwa einer Million Einwohnern war bisher von größeren russischen Angriffen verschont geblieben.