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Theater in Mariupol bombardiert

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Kiew und Moskau haben sich gegenseitig die Schuld für einen mutmaßlichen Angriff auf Hunderte Zivilisten in einem Theater in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gegeben.  

Russische Soldaten hätten am Mittwoch keine Luftangriffe gegen Bodenziele in Mariupol ausgeführt, so das Moskauer Verteidigungsministerium laut Agentur Interfax. "Nach verfügbaren zuverlässigen Daten" habe das ukrainische nationalistische Regiment Asow das zuvor bereits verminte Theatergebäude attackiert.

 

 

 

Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Russland für den Angriff verantwortlich gemacht. "Ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen in Mariupol", twitterte er. "Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben. Die Russen müssen gewusst haben, dass dies ein ziviler Unterschlupf war." Das Gebäude sei vollständig zerstört. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Auch Angaben zu Opfern lagen zunächst nicht vor.

Neben dem Theater soll ukrainischen Angaben zufolge am Mittwoch noch ein weiterer Ort bombardiert worden sein, an dem sich Zivilisten aufhielten. Getroffen worden sei ein Schwimmbad, in dem Frauen mit Kindern sowie Schwangere Schutz gesucht hätten, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf den Chef der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Mittwochabend. Menschen seien verschüttet worden, sagte Kyrylenko demnach. Auch für diesen Angriff machte die ukrainische Seite russische Soldaten verantwortlich.

Mariupol ist seit Wochen von russischen Truppen eingeschlossen und wird von mehreren Seiten aus beschossen. Hunderttausende Menschen sollen unter katastrophalen Bedingungen in der Stadt am Asowschen Meer eingeschlossen sein.

Die wichtigsten Meldungen des Tages:

Selenskyj fordert mehr Hilfe des Westens: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem dringlichen Appell vor beiden Kammern des US-Kongresses mehr Unterstützung der westlichen Verbündeten gefordert. Es müsse jede Woche neue Sanktionen gegen Russland geben, während die Ukraine dringend mehr Waffen und eine Flugverbotszone brauche, sagte Selenskyj am Mittwoch per Videolink aus Kiew vor US-Senatoren und Abgeordneten des Repräsentantenhauses in Washington.

UNO-Gericht: Russland muss Krieg stoppen: Der Internationale Gerichtshof hat angeordnet, dass Russland sofort die militärische Gewalt in der Ukraine beenden muss. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen (UN) gab am Mittwoch in Den Haag einer Klage der Ukraine gegen Russland statt. Russland selbst blieb der Verlesung der Entscheidung im Friedenspalast fern. Die Gewalt müsse sofort enden, sagte die Präsidentin des Gerichtes, Joan Donoghue. Dieser Einsatz führe zu unzähligen Toten und Verletzten.

Kreml: Neutralität wie bei Österreich möglicher Kompromiss: Bei den Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew wird nach Angaben des Präsidialamts in Moskau derzeit über eine Neutralität der Ukraine nach dem Vorbild Schwedens oder Österreichs gesprochen. "Das ist die derzeit diskutierte Option", sagte am Mittwoch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Dieses Neutralitäts-Modell könne als "ein Kompromiss" betrachtet werden. Präsident Wladimir Putin selbst signalisierte Gesprächsbereitschaft darüber. Kiew wies den Vorschlag allerdings zurück. 

Kreml-Chef: Wollen Ukraine nicht besetzen: Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Bevölkerung auf massive wirtschaftliche Auswirkungen der Sanktionen eingestimmt und diesbezüglich scharfe Kritik an den westlichen Staaten geübt. Diese würden einen "wirtschaftlichen Blitzkrieg" gegen Russland führen, sagte Putin am Mittwoch in einer Rede. Dieser Krieg werde aber nicht erfolgreich sein, so Putin, der zugleich beteuerte, dass die Ukraine-Krieg "nach Plan" verlaufe. Zugleich versicherte Putin, dass russische Truppen nahe Kiew oder anderer Städte nicht bedeute, dass sie die Ukraine besetzen wollten. "Ein solches Ziel haben wir nicht." Der Westen hatte auf den Angriffskrieg mit beispiellosen Sanktionen gegen Moskau reagiert. 

oe24 berichtet LIVE über die aktuellen Entwicklungen
 

 21:52

Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat zu russischer Resolution

Der UN-Sicherheitsrat soll voraussichtlich am Freitag über eine von Russland eingebrachte Resolution zur humanitären Lage in der Ukraine abstimmen. Diplomaten zufolge soll das mächtigste UN-Gremium wohl am Vormittag US-Ostküstenzeit (vermutlich 15.00 Uhr MEZ) zusammenkommen. Die Beschlussvorlage aus Moskau enthält unter anderem die Forderung, dass der Sicherheitsrat Angriffe auf Zivilisten verurteilen solle und ruft zu einem "verhandelten Waffenstillstand" auf.

 20:13

Rendi-Wagner berät mit Europas Sozialdemokraten

Angesichts des russischen Angriffkriegs auf die Ukraine hat sich SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Mittwochabend in einer Videokonferenz mit sozialdemokratischen Parteichefs aus ganz Europa und EU-Kommissaren beraten. "Wir verurteilen den russischen Angriffskrieg auf Schärfste. Die Stärke des geeinten europäischen Vorgehens, etwa auch bei Sanktionen, gilt es beizubehalten", sagte Rendi-Wagner der APA.

"Ein sofortiges Einstellen der Kriegshandlungen durch Russland ist oberstes Ziel. Tatsache ist, dass Europa in den letzten Wochen enger zusammengerückt ist", so Rendi-Wagner. Für Menschen, die unter der russischen Gewalt leiden, sei humanitäre Hilfe das Gebot der Stunde. "Das gilt für die Ukraine und auch für die Millionen Menschen, die in diesen Tagen aus ihrer Heimat vertrieben werden."

Zudem müsse die Betroffenheit der direkten Nachbarstaaten berücksichtigt werden, die bisher den größten Teil der Vertriebenen aufgenommen haben. Am Programm standen auch Diskussionen zur russischen Energieabhängigkeit europäischer Staaten.

An der Besprechung nahmen neben Rendi-Wagners deutschem Amtskollegen Lars Klingbeil auch die sozialdemokratischen Parteichefs aus Polen und Ungarn sowie Vertreter aus Rumänien teil. Darüber hinaus waren Parteichefs und -chefinnen aus Belgien, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Italien, Lettland, Niederlande und Slowenien dabei. Außerdem nahmen Vertreter aus Zypern, Estland, Finnland, Vereinigtes Königreich, Irland, Litauen, Luxemburg, Portugal teil. Die Brüsseler Perspektive brachten die EU-Kommissare für Wirtschaft, Paolo Gentiloni, für Inneres, Ylva Johansson, und für Integration, Nicolas Schmit, ein.

 19:32

Liechtenstein verschärft Sanktionen gegen Russland

Liechtenstein verschärft seine Sanktionen gegenüber Russland. Wie die Regierung in Vaduz am Mittwoch mitteilte, schließt sich das Land den am Vortag in Kraft gesetzten neuen EU-Restriktionen gegenüber 15 Personen und 9 Unternehmen in den Bereichen Rüstung, Luftfahrt, Schiff- und Maschinenbau an. "Zeitnah" sollen zudem die von der Europäischen Union ebenfalls beschlossenen Finanzsanktionen umgesetzt werden.

Die Waren- und Handelssanktionen könne Liechtenstein aufgrund des Zollvertrages mit der Schweiz erst nachvollziehen, nachdem diese von der Schweiz übernommen wurden.

 17:15

Höchstes UNO-Gericht: Russland muss Krieg stoppen

Der Internationale Gerichtshof hat angeordnet, dass Russland sofort die militärische Gewalt in der Ukraine beenden muss. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen (UN) gab am Mittwoch in Den Haag einer Klage der Ukraine gegen Russland statt. Russland selbst blieb der Verlesung der Entscheidung im Friedenspalast fern. Die Gewalt müsse sofort enden, sagte die Präsidentin des Gerichtes, Joan Donoghue. Dieser Einsatz führe zu unzähligen Toten und Verletzten.

 16:41

Polen: Drei EU-Regierungschefs sicher aus Kiew zurück

Die Ministerpräsidenten von Polen, Slowenien und Tschechien sind nach Angaben der polnischen Regierung vom Mittwoch wohlbehalten von Kiew nach Polen zurückgekehrt. Delegationen um die Premiers Mateusz Morawiecki, Janez Jansa und Petr Fiala waren trotz der anhaltenden Kämpfe am Dienstag mit dem Zug in die von russischen Truppen bedrohte ukrainische Hauptstadt gereist. Dort hatten sie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, um Unterstützung zu demonstrieren.

 15:44

Russische Behörde sperrt Websites von mindestens 15 Medien

Russland hat den Zugang zu Internetauftritten von mindestens 15 Medien gesperrt. Russische und ausländische Medien wie die Enthüllungswebsite Bellingcat, zwei russischsprachige israelische Nachrichtenseiten und regionale Portale wie Permdaily.ru waren am Mittwoch von russischen IP-Adressen aus nicht erreichbar. Die Websites werden auf der offiziellen Sperrliste der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor geführt.

Unter den geblockten Medien sind auch mehrere ukrainische Medien und ein estnisches Portal, das eine russischsprachige Version betreibt. Mit Programmen zur verschlüsselten Kommunikation über sogenannte virtuelle private Netzwerke (VPN) waren die Internetseiten weiterhin zu erreichen.

 15:10

Lawrow skeptisch zu Präsidententreffen Selenskyj-Putin

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich skeptisch zu Aussichten für ein Treffen seines Präsidenten Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geäußert. Ein solches Gespräch dürfe kein Selbstzweck sein, sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavosoglu. Es sei nur möglich, wenn es darum gehe, konkrete Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine zu besiegeln.

Selenskyj hat mehrmals ein Treffen mit Putin angeboten. Cavosoglu betonte die Bereitschaft der Türkei, einen solchen Gipfel zu organisieren. Er forderte erneut eine dauerhafte Waffenruhe. Das "Blutvergießen und die Tränen" müssten gestoppt werden. "Kriege haben keine Gewinner, und Frieden hat keinen Verlierer", sagte er. Die Türkei bemühe sich weiter um Dialog. Er betonte, dass Ankara gute Beziehungen zu Kiew und Moskau unterhalte. Am Donnerstag will sich Cavosoglu in der Ukraine mit seinem Kollegen Dmytro Kuleba treffen.

 15:09

Van der Bellen und Ludwig besuchten Wiener Ankunftszentrum

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) haben am Mittwoch das Ankunftszentrum für ukrainische Flüchtlinge in der Leopoldstadt in Wien besucht. Die Anlaufstelle für neu eingetroffene Menschen wurde in einer umfunktionierten Sporthalle eingerichtet.

"Es bricht mir das Herz, wenn ich die Geschichten der Menschen höre, die aus der Ukraine geflüchtet sind und einfach nur in Frieden leben wollen", berichtete Van der Bellen via Twitter von dem Besuch. "Wir werden alles in unser Macht Stehende tun, um das Leid zu lindern", betonte der Bundespräsident, der den dort im Einsatz befindlichen Hilfsorganisationen sowie der Bevölkerung für die Spendenbereitschaft dankte.

Laut Bürgermeister Ludwig sind seit der Eröffnung des Ankunftszentrums 14.000 Menschen dort versorgt worden. 70 bis 80 Prozent der Betroffenen reisen weiter. Für jene, die in Wien bleiben, steht das Austria Center als Beratungs- und Registrierungszentrum zur Verfügung, verwies Ludwig auf die zweite große Anlaufstelle für Menschen aus dem Kriegsgebiet.

 14:56

Selenskyj forderte im US-Kongress erneut Flugverbotszone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses mit Nachdruck erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. Russland habe den Himmel über der Ukraine in eine Quelle des Schreckens und des Todes verwandelt, sagte Selenskyj am Mittwoch per Videolink aus Kiew zu den US-Senatoren und Kongressabgeordneten. Die Flugverbotszone sei notwendig, damit Russland die ukrainischen Städte nicht mehr "terrorisieren" könne.

Die Durchsetzung einer Flugverbotszone durch die USA oder das Verteidigungsbündnis NATO gilt derzeit allerdings als ausgeschlossen. Unter anderem US-Präsident Joe Biden hat wiederholt gewarnt, dass eine solche Maßnahme zu einer direkten Konfrontation zwischen NATO-Kräften und dem russischen Militär führen könnte, was eine Eskalation des Kriegs bedeuten würde. Aus diesem Grund hatte Biden auch die von Polen vorgeschlagene Übergabe von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-29 an die Ukraine abgelehnt.

 14:13

Papst will mit seltenem Kirchenritual Zeichen setzen

Mit einem äußerst seltenen Kirchenritual will Papst Franziskus ein Zeichen im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine setzen. Am 25. März werde er im Petersdom in Rom "Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen", hieß es am Mittwoch auf dem Twitter-Kanal des Heiligen Vaters. Die Weihe, die seit dem 20. Jahrhundert nur wenige Male gespendet wurde, gilt als symbolisch wichtig.

Der 85 Jahre alte Papst nannte bisher im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine Russland nicht namentlich. Durch die Weihe beider Länder vermeide man nun eine Verurteilung Russlands, was eine typische Verhaltensweise des Heiligen Stuhls sei, um neutral zu bleiben, erklärte ein Vatikan-Experte auf Nachfrage.

 13:55

Russen erschossen in Tschernihiw zehn Zivilisten

Mindestens zehn Zivilisten sollen einem ukrainischen Medienbericht zufolge im nordukrainischen Tschernihiw von russischen Truppen erschossen worden sein. Die Menschen hätten sich um Brot angestellt, schrieb der öffentlich-rechtliche Sender Suspilne am Mittwoch und veröffentlichte ein Foto, dass die Leichen zeigen soll. Von russischer Seite gab es keine Stellungnahme. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

Die Stadt Tschernihiw nahe der russischen Grenze ist seit Kriegsbeginn immer wieder Ziel russischer Angriffe. Die humanitäre Lage dort gilt als katastrophal, viele Gebäude sind zerstört.

 13:30

Russische Behörde sperrt Websites von mindestens 13 Medien

Russland hat den Zugang zu Internetauftritten von mindestens 13 Medien gesperrt. Russische und ausländische Medien wie die Enthüllungswebsite Bellingcat, eine russischsprachige israelische Nachrichtenseite und einige regionale Portale wie Permdaily.ru waren am Mittwoch von russischen IP-Adressen aus nicht erreichbar. Die Websites werden auf der offiziellen Sperrliste der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor geführt.

 13:26

Selenskyj verfügte tägliche Schweigeminute für Kriegsopfer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine tägliche Schweigeminute für die Opfer des russischen Angriffskrieges gegen sein Land angeordnet. "Jeden Morgen um 9.00 Uhr (8.00 Uhr MEZ) werden wir der Ukrainer gedenken, die ihr Leben gaben", sagte Selenskyj in einer am Mittwoch in Sozialen Netzwerken veröffentlichten Videobotschaft. Das schließe sowohl Soldaten als auch Zivilisten ein: "Alle, die noch leben könnten, wenn Russland diesen Krieg nicht begonnen hätte."

 13:08

Sieben Kriegsflüchtlinge bei Verkehrsunfall getötet

Bei einem Verkehrsunfall in der Westukraine sind mehrere Kriegsflüchtlinge getötet worden. Der 61 Jahre alte Fahrer sowie sechs Passagiere eines Mini-Busses seien ums Leben gekommen, als ihr Fahrzeug am Mittwochmorgen mit einem Bus zusammenprallte, teilte die Polizei der Stadt Chemlnyzkyj mit. Neun weitere Passagiere des Kleinbusses wurden verletzt. Fahrer und Insassen des anderen Busses blieben demnach unverletzt.

Die Kriegsflüchtlinge waren auf dem Weg von der zentralukrainischen Großstadt Dnipro nach Ternopil. Wegen des russischen Angriffskriegs sind Hunderttausende auf der Flucht.

 12:37

Bisher keine Einigung auf Fluchtkorridore am Mittwoch

Zivilisten aus umkämpften Städten und Dörfern in der Ukraine können nach Angaben aus Kiew am Mittwoch nicht auf eine Evakuierung hoffen. Kiew habe keine Antwort auf seine ans Rote Kreuz gerichteten Vorschläge erhalten, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einem am Mittwoch veröffentlichten Video. "Die Frage humanitärer Korridore für Isjum und Mariupol ist offen. Es ist derzeit unmöglich, Menschen dort gefahrlos herauszuholen", sagte Wereschtschuk. "

Wege für die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten in eroberte Städte würden ausgearbeitet. Wereschtschuk warf den russischen Einheiten vor, sie hätten Kolonnen mit Flüchtenden und Sammelpunkte in Siedlungen beschossen. Russland erhebt seinerseits ähnliche Vorwürfe gegen ukrainische Truppen.

 12:31

Bericht über Verwendung von Streumunition

Bei Recherchen in Mykolajiw hat ein Reporter der deutschen Wochenzeitung "DIE ZEIT" auf dem Gelände eines Waisenhauses Reste von Streubomben gefunden. Ein Waffenexperte der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigte der "ZEIT", dass es sich um diesen Munitionstyp handelt. Damit gibt es einen weiteren Beleg dafür, dass russische Truppen Streubomben gegen zivile Ziele in der Ukraine einsetzen. Zuvor hatten verschiedene Organisationen den Einsatz dieser von den meisten Staaten geächteten Waffen dokumentiert. Auch die Vereinten Nationen und die NATO gehen davon aus, dass Russland im Krieg gegen die Ukraine Streubomben einsetzt.

 11:55

Britischer Ex-Premier Blair: "Merkwürdige Taktik" der NATO

Der frühere britische Premier Tony Blair hat die NATO dafür kritisiert, ihre rote Linien so offen zu kommunizieren. Man müsse sich über die Taktik des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Klaren sein: "Er nutzt unseren richtigen Wunsch, keine Eskalation zu provozieren, und seine Bereitschaft zur Eskalation als Druckmittel gegen uns", schrieb der Labour-Politiker in einem Beitrag, der bereits am Dienstag auf der Website seiner Denkfabrik veröffentlicht wurde.

Putin drohe sogar mit einem Atomkrieg, um den demokratisch gewählten Präsidenten einer friedlichen Nation zu stürzen. Vor diesem Hintergrund habe "die wiederholte Versicherung ihm gegenüber, dass wir nicht mit Gewalt reagieren werden, etwas Unpassendes". Selbst wenn die Position richtig sei, sei es eine "merkwürdige Taktik", dies ständig zu betonen und alle Zweifel auszuräumen, so der 68-Jährige. Die NATO lehnt unter anderem die ukrainische Forderung einer Flugverbotszone über der Ukraine ab, um sich nicht in eine direkte kriegerische Auseinandersetzung mit Russland zu begeben.

Der frühere Premierminister, der Großbritannien von 1997 bis 2007 regierte und in den Irak-Krieg führte, hält die kommenden zwei Wochen des Ukraine-Kriegs für entscheidend. "Die nächsten zwei Wochen könnten die letzte Chance für einen Verhandlungserfolg sein, bevor die Angriffe auf Kiew schlimmer werden und die Ukrainer jegliche Art von Verhandlungen ablehnen", schrieb er. Danach könne Putin vor der binären Entscheidung stehen, sich entweder zurückzuziehen oder seine Angriffe weiter zu eskalieren.

 11:23

Kreml: Neutralität à la Österreich möglicher "Kompromiss"

Bei den Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Ausweg aus dem russischen Angriffskrieg auf das Nachbarland und geforderten Sicherheitsgarantien für Moskau wird nach Angaben des Präsidialamts in Moskau derzeit über eine Neutralität der Ukraine nach dem Vorbild Schwedens oder Österreichs gesprochen. "Das ist die derzeit diskutierte Option", sagte am Mittwoch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Dieses Neutralitäts-Modell könne als "ein Kompromiss" betrachtet werden.

 10:51

Russischer Verhandlungsführer für Generationenvertrag

Der russische Verhandlungsführer Wladimir Medinski sagte der Agentur Interfax zufolge, die Gespräche gingen nur langsam voran. Hauptaufgabe sei es, "unter der großen Zahl komplexer Themen diejenigen auszumachen, auf die man sich einigen kann, (...) Schritt für Schritt, sich dem Ergebnis nähern". Russland strebe einen Generationenvertrag an, sagte Medinski. "Wir brauchen eine friedliche, freie, unabhängige Ukraine, neutral - kein Mitglied von Militärblöcken, kein Mitglied der NATO, (...) einen Nachbarn, mit dem wir gemeinsame Beziehungen entwickeln können." Diese Vereinbarung müsse über Generationen halten, "damit auch unsere Kinder in einer Welt leben, deren Fundament durch diesen vertraglichen Prozess gelegt wird".

 10:50

Drei EU-Regierungschefs sicher aus Kiew zurückgekehrt

Die Ministerpräsidenten von Polen, Slowenien und Tschechien sind nach Angaben der polnischen Regierung wohlbehalten von Kiew nach Polen zurückgekehrt. Delegationen um die Regierungschefs Mateusz Morawiecki, Janez Jansa und Petr Fiala waren trotz der anhaltenden Kämpfe am Dienstag mit dem Zug in die von russischen Truppen bedrohte ukrainische Hauptstadt gereist. Dort hatten sie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, um ihm Unterstützung zu demonstrieren.

 10:16

Kiew: Bisher mehr als 100 Kinder im Krieg getötet

Seit Beginn des russischen Angriffs gegen die Ukraine vor fast drei Wochen sind nach Angaben aus Kiew mehr als 100 Kinder getötet worden. "Heute wurde eine blutige Linie überschritten", twitterte das ukrainische Verteidigungsministerium am Mittwoch. Zugleich werden in der Ukraine Kinder geboren, und es wird weiter geheiratet. Seit Beginn des Krieges hätten sich 10.683 Paare das Jawort gegeben, vermeldete das Justizministerium in der Nacht auf Mittwoch.

"Jede Minute verlässt ein Kind die Ukraine, um dem Krieg zu entkommen. Russland wird zur Verantwortung gezogen werden und wird für alles bezahlen", betonte das Verteidigungsministerium zugleich mit der Veröffentlichung der Opferzahl. Zuvor hatten die ukrainischen Behörden von Hunderten zerstörten Schuleinrichtungen berichtet. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

 09:43

Ukrainische Streitkräfte mit Gegenoffensive

Die ukrainischen Streitkräfte starten nach Angaben der Regierung in mehreren Gebieten Gegenoffensiven. Dies verändere die Lage "radikal", erklärt der ukrainische Präsidialamtsberater Mychailo Podolyak über Twitter. Details nennt er nicht.

 09:28

Russische Truppen besetzen Klinik in Mariupol

Russische Truppen haben nach Angaben der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in der Hafenstadt Mariupol ein Krankenhaus unter ihre Kontrolle gebracht. 400 Patienten und Mitarbeiter würden als Geiseln gehalten. Die Soldaten hätten auf dem Klinikgelände Artillerie in Stellung gebracht und würden Schüsse abfeuern, sagt die stellvertretende Regierungschefin in einer Video-Ansprache. Ob ein Fluchtkorridor zur Evakuierung weiterer Zivilisten aus der ostukrainischen Stadt diesen Mittwoch geöffnet werden könne, sei fraglich. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Mariupol gehört zu dem am heftigsten umkämpften Städten in der Ukraine.

 08:15

Innenminister: Räumung von Minen wird Jahre dauern

Als eine Folge des Krieges wird die Ukraine nach Einschätzung von Innenminister Denys Monastyrskyj noch über Jahre mit der Räumung von Minen zu kämpfen haben. Dafür reichten aber die Kapazitäten der ukrainischen Spezialisten wohl nicht aus, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur Ukrinform. Es sei keine Sanierung von Gebäuden möglich, ohne dass sie vorher auf Minen untersucht würden.

Die Ukraine sei dabei auf die Hilfe anderer Länder angewiesen. Er habe bereits an seine Kollegen in der EU appelliert, sagte Monastyrskyj. Schon jetzt geht die Ukraine von Kriegsschäden von umgerechnet Hunderten Milliarden Euro aus.

 08:06

Experte sieht große Gefahr für ukrainische Truppen im Süden

Der massive Beschuss ukrainischer Städte durch Russland steht derzeit im Fokus der Berichterstattung über den Krieg. Dabei sollte allerdings nicht übersehen werden, dass die ukrainischen Verteidigungstruppen vor allem im Süden immer mehr unter Druck geraten, analysiert Oberst Markus Reisner, Leiter der Entwicklungsabteilung der Theresianischen Militärakademie, die aktuelle Lage im Gespräch mit der APA. Während ukrainische Spezialeinsatzkräfte und Soldaten der Nationalgarde im Nordosten und Osten den russischen Vormarsch durch gezielte Angriffe und Hinterhalte auf die Versorgungsstraßen verzögern, stelle sich die Situation im Süden anders dar. "Das Gelände im Süden wird von Steppe dominiert. Hinterhalte in einem solchen Gelände mit leichten Kräften durchzuführen, ist sehr schwierig, um nicht zu sagen selbstmörderisch. Daher ist den Russen in der Region rund um Cherson relativ leicht die Überquerung des Dnjepr gelungen."

 08:06

Bis zu 90 Prozent der Ukrainer von Armut bedroht

Neun von zehn Ukrainern wären nach Ansicht des UN-Entwicklungsexperten Achim Steiner im Fall eines lang anhaltenden Krieges von Armut bedroht. Im schlimmsten Fall würde die Wirtschaft des Landes zusammenbrechen und das Wachstum von zwei Jahrzehnten zunichte gemacht, sagte Steiner, Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP).

 06:29

Weltkulturerbe in Gefahr

Religiöse Stätten, ein mittelalterliches Stadtzentrum, unberührte Wälder: Die Ukraine weist ein reiches künstlerisches und religiöses Erbe und bedeutende Naturräume auf, die nun durch russische Angriffe bedroht sind. Allein sieben Stätten in der Ukraine stehen auf der Welterbeliste der UN-Kulturorganisation Unesco.

Die berühmteste ist die Sophienkathedrale in der Hauptstadt Kiew. Die Kirche steht gemeinsam mit dem Höhlenkloster Lawra Petschersk und der Erlöserkirche von Berestowo seit 1990 auf der Unesco-Welterbeliste. Mit ihren Glockentürmen mit Goldspitze, ihren Mosaiken und Ikonen gehört die Sophienkathedrale zu den Wahrzeichen Kiews.

Für die Ukrainer und die Orthodoxe Kirche hat das Gotteshaus auch große symbolische Bedeutung. Ihr Bau wurde im elften Jahrhundert begonnen als Gegenentwurf zur Hagia Sophia im damaligen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Die Kirche sollte das "neue Konstantinopel" in einer nach der Taufe des Heiligen Wladimir im Jahr 988 neu christianisierten Region symbolisieren.

Zweitwichtigste Welterbestätte der Ukraine und seit 1998 auf der Liste ist das historische Stadtzentrum von Lemberg (Lwiw). Die im Mittelalter gegründete Stadt im Westen der Ukraine hat in ihrem Kern das mittelalterliche Stadtbild weitgehend bewahrt und verfügt zudem über herausragende Bauwerke des Barock.

 06:23

Kiew schätzt Kriegsschäden auf halbe Billion Euro

Infolge des russischen Angriffskrieges geht die Ukraine von großen Schäden für die Wirtschaft des Landes aus. Nach vorläufigen Berechnungen würden sich die direkten einmaligen Verluste für die Ukraine auf bisher 565 Mrd. US-Dollar (515 Mrd. Euro) belaufen, sagte Ministerpräsident Denis Schmygal am Dienstagabend in Kiew. "In der Tat sind dies die Mittel, die benötigt werden, um unseren Staat wiederherzustellen." Die ukrainische Regierung habe bereits Experten beauftragt, sich mit der Bewertung der Verluste für die Wirtschaft infolge der russischen Aggression zu beschäftigen.

 06:13

Drei EU-Regierungschefs in Kiew: "Ihr seid nicht allein"

Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen im umkämpften Kiew Solidarität und Unterstützung zugesagt. Sie waren in Absprache mit EU und NATO unter strengster Geheimhaltung per Zug in die von Russland beschossene Stadt gereist und es galt als möglich, dass sie noch in der Nacht zurückfahren. Selenskyj bezeichnete den Besuch nach ukrainischen Medienberichten als großen und mutigen Schritt.

"Hier, im vom Krieg zerrissenen Kiew, wird Geschichte geschrieben", betonte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. "Hier kämpft die Freiheit gegen die Welt der Tyrannei. Hier hängt die Zukunft von uns allen in der Schwebe", schrieb er per Twitter.