"Wäre nur fair"

Ukraine droht mit Angriffen auf russischen Öl- und Gas-Sektor

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Energieminister Galuschtschenko nennt möglichen Preis für russische Angriffe auf Energieinfrastruktur

Die Ukraine hat mit Vergeltungsschlägen auf den russischen Öl- und Gas-Sektor gedroht, wenn der Aggressor im Winter wieder gezielte Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur durchführen sollte. "Das wäre nur fair", sagte der ukrainische Energieminister German Galuschtschenko in einem Interview mit der Infoseite "Politico". Er war laut der Nachrichtenagentur Ukrinform gefragt worden, ob eine etwaige "Antwort" Kiews auch den Öl- und Gas-Sektor des Nachbarlandes beträfe.

"Bei der Antwort würden wir denselben Zugang wählen, indem wir die Energieinfrastruktur angreifen", so Galuschtschenko. Er schränkte aber ein, dass er nicht dem ukrainischen Militär angehöre und daher keine entsprechenden Gespräche mit US-Regierungsvertretern geführt habe. Dass solche Angriffe zu einem Anstieg der Weltmarktpreise für Öl und Gas führten könnten, glaubt der Energieminister nicht. Schließlich könnten andere Produzenten den Ausfall der russischen Lieferungen wettmachen.

Laut "Politico" hat Europa seine Abhängigkeit von russischem Öl und Erdgas schon deutlich verringern können, hauptsächlich durch den Import von Flüssiggas aus den USA. Russland verkaufe aber weiterhin große Menschen an fossilen Brennstoffen an China und Indien. Aufgrund langfristiger vertraglicher Bindungen der OMV mit dem russischen Staatskonzern Gazprom ist Österreich weiterhin stark von russischen Gaslieferungen abhängig und überweist dafür Milliardenbeträge nach Moskau. Diese Beträge übersteigen die von Österreich dem EU-Kandidatenland Ukraine geleisteten humanitären HIlfsleistungen um ein Vielfaches.

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