Finanzdienstleister sind wieder optimistischer

Die Stimmung unter den heimischen Finanzdienstleistern hat sich verbessert. 47 % sind der Meinung, dass der Höhepunkt der Finanz- und Bankenkrise bereits überschritten ist und 32 % beurteilen die gegenwärtige wirtschaftliche Situation für die Finanzdienstleistungsbranche als eher gut bzw. sehr gut.

Das sind deutlich mehr, als bei der gleichen Umfrage vor einem Jahr, als nur 6,5 % den Höhepunkt der Krise für überschritten und nur 16,5 % die wirtschaftliche Lage als gut beurteilt hatten. Ein Viertel der im Auftrag des Finanz-Marketing-Verbandes Österreich (FMVÖ) vom Marktforschungsinstitut marketagent im April befragten 171 Finanzdienstleister sind der Meinung, dass Kunden ihr Grundsatzvertrauen in Banken und Versicherungen verloren haben und misstrauischer geworden sind, wobei die Banken mehr als die Versicherungen betroffen sind.

95 % schätzen den Vertrauensverlust, den die Banken durch die Finanzkrise erlitten haben, als eher hoch bis sehr hoch ein. "Das spricht ein deutliche Sprache", so Thomas Schwabl von marketagent. Bei Versicherungen sind es vergleichsweise nur 41,5 %. "Neun von zehn Befragten sind der Meinung, dass es durch die Krise auch in Zukunft noch zu großen strukturellen Veränderungen in der Finanzwirtschaft kommt und kommen wird müssen", so Schwabl.

Die wichtigste Maßnahme, um das verlorene Kundenvertrauen zurückzugewinnen, besteht für die Finanzdienstleister darin, mehr Transparenz zu schaffen, ehrlicher und aufrichtiger zu sein und die Vor- und Nachteile von Produkten klarer darzustellen, einfachere Produkte anzubieten und mehr und besser zu informieren. Etwas mehr als zwei Drittel glauben, dass die Banken und Versicherungen bereits ausreichend auf das geänderte Kundenverhalten reagiert haben.

Mehrheit hat Marketingbudget gesenkt

Widersprüchlich zeigen sich die Ergebnisse hinsichtlich der konkreten Maßnahmen und ihrer Umsetzungsmöglichkeiten. Einerseits sprechen sich die Befragten für die Erhöhung der Beratungsqualität und verstärkte Kundenbindungs- und -betreuungsmaßnahmen aus, andererseits wird und wurde in den Bereichen Marketing/Werbung, Personal und Aus- und Weiterbildung am stärksten gespart. 60 % gaben an, ihr Marketingbudget für 2010 gesenkt zu haben.

"Vertrauen schaffen statt Verunsicherung", sei das Erfolgsrezept, so Heimo Hammer von der Agentur kraftwerk. Nicht Aussitzen der Krise, sondern aktives und positives Zugehen auf die Kunden sei die richtige Strategie eines "Vertrauensmarketings". Auch sollten vermehrt junge Personengruppe angesprochen werden, gerade diese bräuchten gute Beratung, um zwischen ihren Träumen und der Realität zu unterscheiden.