Rückeroberung

Ukraine verzeichnet größten Geländegewinn seit Jahren

Die Ukraine hat zwischen Mittwoch und Sonntag beachtliche 201 Quadratkilometer ihres Staatsgebiets von der russischen Armee zurückerobert.

So viel Fläche konnten Kiews Streitkräfte seit der Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr in so kurzer Zeit befreien. Das ging aus einer AFP-Analyse der vom US-Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten hervor, wie mehrere Medien berichten. Zum Vergleich: Die nun rückeroberte Fläche entspricht demnach fast den gesamten russischen Eroberungen aus dem Monat Dezember, als Moskau 244 Quadratkilometer einnahm.

Laut dem ISW nutzen die ukrainischen Gegenangriffe wahrscheinlich eine gezielte Blockierung des Satellitensystems Starlink aus. Russische Militärblogger berichten, dass der fehlende Zugang die Kommunikation und die Führung der Truppen massiv beeinträchtigt. Tech-Mogul Elon Musk (54) hatte bereits am Donnerstag, 5. Februar, entsprechende "Maßnahmen" angekündigt, um der Nutzung seiner Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen. Zuvor hatte die Ukraine kritisiert, dass russische Drohnen mithilfe von Starlink elektronische Störsysteme umgehen konnten, um Ziele präzise zu treffen.

Auswirkungen der Blockade

Die Auswirkungen der Blockade zeigten sich schnell an der Frontlinie. Ohne den Zugriff auf das System wurden in der vergangenen Woche laut ISW lediglich am Montag, 9. Februar, russische Geländegewinne verzeichnet. An allen übrigen Tagen konnte Kiew Boden gutmachen. Die Rückeroberungen konzentrieren sich dabei vor allem auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja. In diesem Bereich waren die russischen Truppen seit dem Sommer 2025 noch stark vorgerückt.

Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise. Ein Jahr zuvor waren es 18,6 Prozent. Ein Teil dieser Gebiete, rund sieben Prozent inklusive der Krim und Teilen des Donbass, stand bereits vor Beginn des großen russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter Besatzung.

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