Ja, richtig gelesen - in Armenien gehen gerade die Wogen hoch - die Aufregung könnte kaum heftiger ausfallen. Eine Partei fordert nämlich dort jetzt ein "Sex-Ministerium". Ausschlaggebender Grund dafür: Vermeintlich "unzufriedene Frauen", die politisch aktiv sind.
Ein Vorstoß im Wahlkampf sorgt für Empörung: Die neu gegründete Oppositionspartei „Starkes Armenien“ fordert vor den Parlamentswahlen im Sommer die Einrichtung eines „Ministeriums für Sex“. Ziel sei es laut Partei, „sexuelle Unzufriedenheit bei Frauen“ zu verhindern.
Frauen mittleren Alters werden Politiker zu gefährlich
Die Idee stammt von Sargis Karapetyan (34), einem führenden Parteimitglied. In einem Podcast erklärte er, unbefriedigte Frauen – insbesondere im mittleren Alter – seien politisch besonders aktiv. Ein eigenes Ministerium könne zudem helfen, die sinkende Geburtenrate zu erhöhen. Die Reaktionen folgten prompt.
Laute Kritik wohin das Auge reicht .
Abgeordnete der Regierungspartei „Bürgervertrag“ sprachen von offenem Sexismus. Frauen würden auf männliche Fantasien reduziert und für den Wahlkampf instrumentalisiert. Auch in sozialen Netzwerken hagelte es Kritik. Eine Influencerin warf Karapetyan vor, Frauen als politisches Mittel zu missbrauchen.
Partei bei über 10 Prozent!
„Starkes Armenien“ will am 12. Februar ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten präsentieren. Im Gespräch ist Narek Karapetyan, ein Neffe des Parteifunktionärs. In aktuellen Umfragen liegt die Partei bei 13 Prozent, hinter dem regierenden „Bürgervertrag“ mit 17 Prozent.
Kurios, aber nicht einzigartig
Ungewöhnliche Ministerien sind international kein Novum: Großbritannien hat einen Minister gegen Einsamkeit, Bhutan misst politisches Gelingen am Bruttonationalglück, die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über einen Minister für Glück und Wohlbefinden. Der armenische Vorschlag allerdings trifft einen besonders empfindlichen Nerv.