Ski Alpin

Brennsteiner macht auf Planai "eisige" Jagd auf Odermatt

Es wird anders in Schladming. Zum vierten Mal wird am Dienstag (17.45, 20.45 Uhr/live ORF1) auf der Planai im Riesentorlauf um Weltcup-Punkte gefahren, nur hier am Abend und das erstmals in diesem Winter auf speziell eisigem Untergrund. 

"Das kann man im Training nicht simulieren", meinte Stefan Brennsteiner vor dem Nightrace am Dienstag (ab 17.45 Uhr, HIER im Sport24-Liveticker). Der Salzburger hat dieses Rennen im Vorjahr neun Hundertstel hinter dem Podest als Fünfter beendet und ist im Spezial-Weltcup erster Jäger von Marco Odermatt. 95 Punkte beträgt Brennsteiners Rückstand auf den Schweizer, nachdem das ÖSV-Ass das Rote Trikot vor gut zwei Wochen in Adelboden selbst getragen hat.

»Es müsste ein Wunder passieren«

Dort passierte "Brandy" aber sein im Saisonverlauf einziger Ausfall, was die Aufgabe nun erschwert. "Odi hat in den letzten Jahren einen Punkteschnitt von 85 oder 90 gehabt. Es müsste ein Wunder passieren", sagte Österreichs führender Riesentorläufer. Klar ist aber auch Odermatt nicht unfehlbar. In Copper Mountain fiel er aus, und Brennsteiner fuhr mit seinem ersten Sieg einen 100-Punkte-Bonus ein.

Den Gewinn der kleinen Kugel stellt Brennsteiner über alles, auch über den Wert einer Olympia-Medaille - wegen der Leistung über die Saison. Nichtsdestotrotz hat der Spezialist zuletzt mit Schladming und Olympia zwei Einzelrennen besonders in den Fokus genommen. "Heimrennen sind immer sehr, sehr cool. Schladming war für mich als Kind so ein lässiges Rennen. Daher hat es mich immer gewurmt, dass ich das Slalomfahren nicht erlernt habe." Dafür dass das Ergebnis im "Riesen" in der Steiermark möglichst noch besser als im Vorjahr ist, hat Brennsteiner im Training gearbeitet.

Brennsteiner: "Adelboden hat mich gewurmt"

"Adelboden hat mich schon richtig gewurmt", führte der 34-Jährige aus. Danach habe er versucht, gewisse Baustellen zu bereinigen. "Es geht um die Abstimmung, aber auch um das Skifahren auf einem etwas mehr toten, knackigeren Schnee." Nach den US-Rennen und auch bei Platz drei in Alta Badia bei jeweils Kälte und aggressivem Schnee habe er in Adelboden bei wärmeren Temperaturen und komplett anderem Schnee die Lösung nicht parat gehabt. "Da habe ich mich über die Wochen ein bisschen verlaufen, das war leider ein bisschen ein Anfängerfehler."

Nun sei er einen Schritt weitergekommen, auch nach dem Montag-Training auf der Reiteralm sei wieder viel mehr Selbstbewusstsein da. Einzig die eisigen Bedingungen würden für ein bisschen Ungewissheit sorgen. Das sieht auch Patrick Feurstein so: "Wir haben leider die Erfahrungswerte nicht." Eisige Verhältnisse im Training seien nicht das Gleiche. "Drüben (auf der Planai, Anm.) ist es frischer. Der Effekt, dass 150 Leute noch einmal runterrutschen, ist nicht zu unterschätzen. Das macht es anders. Man muss mit voller Überzeugung reingehen."

Der 29-Jährige freute sich auf die spezielle Stimmung beim Rennen. "Bei Nacht ist es schon etwas Besonderes, es ist eine ganz spezielle Atmosphäre. Das muss man aufsaugen, genießen und schauen, dass man seine Leistung bringt." Die vor Weihnachten eingefahrenen Ränge neun und acht mündeten am Montag ebenso in der Olympia-Nominierung des Vorarlbergers wie bei seinem ebenso aus Mellau kommenden Cousin Lukas Feurstein. "Man kann jetzt befreit auffahren und sich komplett auf das Rennen konzentrieren.

"Haaser um erstes Weltcup-Podest im "Riesen"

Sein Cousin zeigte sich nach der Trainingseinheit primär froh, für die Spiele berücksichtigt worden zu sein. "Als elfter Mann zwar nur, aber trotzdem kann ich dabei sein. Und wer weiß, was sich ergibt." Aufgrund der bisherigen Ergebnisse kann es gut sein, dass Lukas Feurstein sowohl im Olympia-Super-G wie -Riesentorlauf Zuschauer sein wird. Freilich kann er sich etwa nun in Schladming noch für einen Einsatz empfehlen. "Ich habe es in der eigenen Hand. Natürlich eine blöde Situation, weil ich eigentlich gegen Patrick fahre. Das ist ein bisschen ungut."

Weltmeister Raphael Haaser hat nach der Kitzbühel-Abfahrt etwas pausiert, das Montag-Training ließ der Tiroler aus. Der erste Riesentorlauf der Saison in Sölden und der bisher letzte in Adelboden waren mit den Rängen sechs und acht seine besten, er wartet im Weltcup aber noch immer auf ein Riesentorlauf-Podest. Schladming käme ihm da gerade recht. "Wenn es ein bisschen eisig ist, habe ich nichts dagegen", erklärte der 28-Jährige. Auch wenn Rang zwölf sein bestes Planai-Ergebnis aus drei Rennen ist, habe er gute Erinnerungen: "Ein cooles Rennen, etwas ganz Spezielles."

Kitz-König Feller greift nach Schladming-Sieg

Den Kitzbüheler Slalom-Triumph von Manuel Feller habe er im Fernsehen gesehen. "Unglaublich. Hut ab, größter Respekt", zog Haaser verbal den Hut vor seinem engeren Landsmann. Für Feller geht es am Mittwoch im Nachtslalom um seinen ersten Schladming-Sieg, im Schladminger Riesentorlauf war er vor zwei Jahren hinter Odermatt Zweiter. In diesem Winter lief es für den 33-Jährigen noch nicht besonders. Nur zwei- von sechsmal schaffte er es auf die Ergebnisliste, mehr als Rang 18 wurde es da aber auch nicht.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
Auf sport24 finden Sie täglich die aktuellen Berichte und News aus der Welt des Sports – von Fußball bis Tennis, von Formel1 bis US-Sports. Dazu gibt es die Ergebnisse, Daten und Tabellen im Überblick. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten