Das fand die Russen-Justiz wohl nicht so lustig - ein Komiker wurde unter anderem wegen seines Witzes über einen Kriegsveteranen zu fast sechs Jahren Straflager verurteilt. Der Fall geht um die Welt und schockiert zutiefst...
Ein Moskauer Gericht verurteilte den Stand-up-Comedian Artemi Ostanin am Mittwoch wegen "Anstiftung zum Hass" und "Beleidigung von Gläubigen" durch einen anderen Witz. Die Gesamtstrafe belaufe sich auf fünf Jahre und neun Monate Haft in einer Strafkolonie, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti Richterin Olesja Mendelejewa.
Witz über Kriegsveteranen
Bei einer Stand-up-Show im März 2025 hatte Ostanin einen Witz über einen Kriegsveteranen erzählt: Er sei in der U-Bahn von einem "beinlosen Skateboarder" angerempelt worden, einem "Idioten, der auf eine Mine getreten ist", sagte Ostanin, ohne die Ukraine oder den dortigen Konflikt direkt zu erwähnen.
Kreml-treue Medien verbreiteten ein Video des Witzes online und riefen dazu auf, den Komiker wegen Beleidigung eines im Krieg gegen die Ukraine verletzten russischen Soldaten zu bestrafen.
Komiker (29) mit starken Worten vor Gericht
Der 29-jährige Ostanin bestritt, dass sich der Witz auf Veteranen der "militärischen Spezialoperation" bezogen habe - wie Moskau den Krieg in der Ukraine nennt. "Ich hoffe, niemand gerät jemals in die gleiche Situation wie ich, in der ich Opfer brutaler Rechtsverletzungen wurde", sagte er in seinem Schlussplädoyer vor Gericht, wie die unabhängige russischen Nachrichtenseite Sota berichtete.
Jetzt ist er auf der Liste der Terroristen
Nach seiner Festnahme im vergangenen Jahr hatten die russischen Behörden Ostanin auf ihre Liste von "Terroristen" und "Extremisten" aufgenommen - Bezeichnungen, die Moskau regelmäßig verwendet, um abweichende Meinungen zu unterdrücken und Gegner ins Visier zu nehmen. Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 hat der Kreml sein hartes Vorgehen gegen Kritiker noch einmal verstärkt.