Nach Cup-Aus

Neuer Sturm-Trainer will "alles hinterfragen"

Fabio Ingolitsch  kündigt Änderungen an: "Müssen herausfinden, welche Spieler die richtigen sind" 

Sturm Graz hat am Sonntag auf nationaler Ebene einen klassischen Fehlstart ins neue Fußballjahr hingelegt. Die 1:3-Niederlage nach Verlängerung im Cup-Viertelfinale in Altach schmerzte den neuen Trainer Fabio Ingolitsch nicht nur deshalb, weil an seiner alten Wirkungsstätte eine Titelchance verspielt wurde. Vor allem die Art und Weise, wie sich der Meister in Vorarlberg präsentierte, sorgte beim 33-Jährigen für Unmut. "Ich bin sehr enttäuscht und sauer", meinte der Coach.

Der Sieg der Altacher sei "hochverdient" gewesen, gestand Ingolitsch. "Ich glaube nicht, dass jeder bei uns begriffen hat, worum es hier geht", sagte der Trainer im ORF-Interview und meinte außerdem: "Wir müssen ganz viel, wenn nicht alles hinterfragen und ganz klar herausfinden, welche Spieler die richtigen sind."

Ingolitsch-Kritik am Referee

Sturm spielte im Stadion Schnabelholz mit Ausnahme des Treffers praktisch keine echte Torchance heraus. Drei Tage nach dem Heim-1:0 zum Europa-League-Abschluss gegen Brann Bergen folgte ein Rückschritt, den sich Ingolitsch kurz nach Schlusspfiff selbst nicht ganz erklären konnte. "Was heute alles passiert ist, habe ich noch gar nicht richtig begriffen", erklärte der Salzburger.

Sein Team beendete die Partie zu neunt, weil Tim Oermann in der 79. Minute Gelb-Rot sah und sich Goalie Danijl Chudjakow nach Ausschöpfung des Austauschkontingents zehn Minuten vor dem Ende der Verlängerung verletzte. Er fühle sich von Schiedsrichter Julian Weinberger benachteiligt, gab Ingolitsch zu Protokoll. Vor dem Elfmeter, der zu Altachs 1:0 durch Patrick Greil führte, sah der Coach ein klares Foul an Sturm-Profi Luca Weinhandl. Zudem sei Oermanns Ausschluss aufgrund eines "Dutzendfouls an der Mittellinie" passiert.

Viel möglich für Altach

Ingolitschs Nachfolger bei Altach, Ognjen Zaric, durfte sich hingegen über ein gelungenes Debüt freuen. "Wir haben unseren Spielplan klar eingehalten, haben Sturm praktisch keine Chancen ermöglicht und auch eine unglaubliche Energie aufs Feld gebracht. Der Auftritt der Mannschaft als Gesamtpaket war extrem gut", resümierte der 37-Jährige. Nun gelte es, "Woche für Woche solche Auftritte zu liefern", betonte Zaric.

Die Altacher starten am kommenden Sonntag als Tabellenneunter mit einem Heimspiel gegen Schlusslicht Blau-Weiß Linz ins Bundesliga-Frühjahr. Der Vorsprung auf die Oberösterreicher beträgt zehn, der Rückstand auf den Dritten Sturm sieben Punkte. Von einem Platz in der Meistergruppe ist man aktuell nur fünf Zähler entfernt.

Es ist also noch einiges drin für die Vorarlberger, die erstmals in der Vereinsgeschichte im Cup-Semifinale stehen. Dort sind sie Anfang März auswärts gegen Red Bull Salzburg neuerlich Außenseiter. "Aber auch gegen Salzburg ist alles möglich", erklärte Altach-Verteidiger Benedikt Zech.

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