Nach der Tötung seines obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei hat das iranische Regime massive Vergeltung gegenüber den USA und Israel angekündigt - doch auch die Golfstaaten bekamen einiges ab.
US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hätten eine "rote Linie überschritten", sagte der iranische Parlamentspräsident Baqer Qalibaf am Sonntag im Staatsfernsehen. Dafür würden sie bezahlen. Der Iran werde den Weg Khameneis fortsetzen, unterstrich Qalibaf.
Die Mullahs hatten schon in der Nacht zum Sonntag zu Gegenangriffen angesetzt: Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am Sonntag wurden mindestens acht Menschen getötet. Laut Polizei traf eine Rakete in der westlich von Jerusalem gelegenen Stadt Beit Shemesh ein Gebäude.
Doch auch die (mit den USA verbündeten) Golfstaaten bekamen einiges ab: Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören.
In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, wurde nach Angaben des Medienbüros von Abu Dhabi eine Frau und ihr Kind leicht verletzt, als Trümmer einer abgefangenen Drohne die Fassade eines Gebäudes der Etihad Towers trafen. An dem Wahrzeichen der Stadt entstand geringer Sachschaden, hieß es weiter auf X. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, keine Gerüchte zu verbreiten und Informationen nur aus offiziellen Quellen zu beziehen.
Öltanker vor Küste Omans angegriffen
Vor der Küste des Golfstaats Oman wurden indes zwei Schiffe angegriffen. Der Öltanker "Skylight" sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) meldete einen weiteren Vorfall etwa 90 Kilometer nordöstlich der omanischen Hauptstadt Maskat. Ein Schiff sei von einem unbekannten Geschoss angegriffen worden, hieß es. Ein Brand im Maschinenraum sei mittlerweile unter Kontrolle. Weitere Details waren auch hier zunächst nicht bekannt.
Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Straße von Hormuz. Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.
Hotel in Dubai geriet in Brand
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter.
Bereits am Samstag war es im Zuge der aktuellen Eskalation zu einem Feuer am bekannten Luxushotel Burj al Arab gekommen. In Behördenangaben war von einem "kleinen Brand" die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere Stockwerke hinweg brannte.