Voodoo

Menschenhändler verurteilt

Voodoo-Priester "verfluchte" Frauen zur Prostitution

Frauen mussten rituelle Schwüre ablegen.

Bochum. Sechs Menschenhändler aus Nigeria sind am Freitag in Bochum zu Bewährungs- und Haftstrafen von bis zu acht Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Die Angeklagten hatten junge Frauen aus Nigeria ins Ruhrgebiet geschleust und zur Prostitution gezwungen. Um Gehorsam zu erzwingen, hatten die Nigerianerinnen noch in der Heimat vor einem Voodoo-Priester einen rituellen Schwur ablegen müssen.

Die Opfer waren zwischen 17 und 22 Jahre alt. Sie wurden mithilfe von libyschen Schleppern in Schlauchbooten über das Mittelmeer gebracht. Der Traum von einer besseren Zukunft erfüllte sich jedoch nicht. In Deutschland angekommen, wurden sie auf verschiedene Bordelle verteilt, um die angeblichen Schlepperkosten von durchschnittlich 25.000 Euro abzuarbeiten. Der Lohn wurde ihnen deshalb komplett abgenommen.

Angeklagten gaben Menschenhandel zu 

Die Angeklagten – vier Männer und zwei Frauen – hatten das Einschleusen und die anschließende Verteilung der jungen Nigerianerinnen auf Bordelle im Prozess zugegeben. "Die Arbeit machte den Frauen körperlich und psychisch schwer zu schaffen", sagte Richterin Isabel Hoffmann bei der Urteilsverkündung. "Einige waren richtig angewidert." Die Urteile lauten auf gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, Menschenhandel, Zuhälterei und schwere Zwangsprostitution.

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