Waffenruhe

Trumps Iran-Deal: Experte hat brisanten Verdacht

Trump feiert die Einigung mit den Mullahs. Die Waffenruhe befreit ihn nun auch von seinem Ultimatums-Dilemma. 

Der Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Meerenge geeinigt. Irans Außenminister Abbas Araqchi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr werde dort in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen wieder ermöglicht. Trump hatte die Öffnung der Straße zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht.

Trump hatte damit gedroht, andernfalls den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen. „Eine ganze Zivilisation wird ausgelöscht“, hatte der US-Präsident gedroht und der Führung in Teheran eine Frist bis 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in der Nacht auf Mittwoch gesetzt. Auch Israel will sich an die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe halten, wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mitteilte. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen.

Ziele nicht erreicht

Für Sicherheitsexperten Nico Lange ging es für Trump nur darum, irgendwie aus dem Ultimatum herauszukommen. Völlig unglaubwürdig sei Trumps Aussage, dass Irans 10-Punkte-Plan eine Grundlage für Verhandlungen sei, so Lange im Podcast „Ronzheimer“.

Donald Trump
© EPA

Dieser Plan „lehnt im Grunde alles ab, was Trump eigentlich wollte“, so der Experte weiter. Lange glaubt deshalb auch nicht, dass der US-Präsident sein Bekenntnis zu diesem Plan ernst nimmt, sondern dass alles noch offen sei. Der Iran hatte etwa gefordert, die Kontrolle über die Straße von Hormuz zu behalten und Uran anreichern zu dürfen. Teheran fordert zudem das Ende der Sanktionen. Alle diese Punkte seien für die USA nicht annehmbar, so Lange. 

Der Experte befürchtet, dass Verhandlungen nichts bringen und die Kämpfe wieder beginnen. „Es scheint vieles möglich und auch Verhandlungen können sich ja noch verkanten“, so Lange. Der Experte betont aber auch, dass neue US-Angriffe wohl nichts ändern würden. „Es ändert an der strategischen Lage nichts, dass Trump keine guten militärischen Optionen hat.“

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