Erste TV-Konfrontation
4 Männer gegen Hillary Clinton
Bei der ersten Fernsehdebatte der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber hat die frühere Außenministerin Hillary Clinton ihren Favoritenstatus untermauert. Dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders und drei anderen Außenseitern gelang es in der Nacht zum Mittwoch nicht, Clinton in die Enge zu treiben.
Einig waren sich die Bewerber beim Kampf gegen die soziale Ungleichheit, Differenzen kamen in der Außenpolitik und beim Umgang mit Geheimdienstenthüller Edward Snowden zum Vorschein. "Im Mittelpunkt meines Wahlkampfes steht, wie wir die Einkommen erhöhen", sagte Clinton bei der Debatte in Las Vegas.
Sanders, der sich als "demokratischer Sozialist" bezeichnet, machte den "Casino-Kapitalismus" der Wall Street für den Niedergang der Mittelschicht verantwortlich. "Der Kongress kontrolliert nicht mehr die Wall Street, die Wall Street kontrolliert den Kongress", so Sanders. Auch die in Umfragen abgeschlagenen Ex-Gouverneure Lincoln Chafee und Martin O'Malley sowie der frühere Senator Jim Webb beklagten die wachsende Schere zwischen Arm und Reich.
Clinton gewinnt Schlagabtausch
Clinton liegt nach Angaben der Website realclearpolitics.com in Umfragen mit rund 43 Prozent klar vor der innerparteilichen Konkurrenz. Sanders verzeichnet demnach etwa 25 Prozent, die anderen drei Bewerber weniger als ein Prozent. Spannend ist die Frage, ob Vizepräsident Joe Biden in das Rennen einsteigt. Die Meinungsforscher sehen ihn bei gut 17 Prozent, bisher hat er seine Entscheidung aber noch nicht getroffen. Bei der vom Nachrichtensender CNN übertragenen Debatte war Biden eingeladen, verzichtete aber auf eine Teilnahme.
Die Präsidentschaftswahl findet am 8. November 2016 statt. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang Februar kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten, die auf Parteitagen im Juli offiziell gekürt werden. Bei den Republikanern zeichnet sich ein enges Rennen ab. Derzeit führt in Umfragen der Geschäftsmann Donald Trump, sein Vorsprung ist in den vergangenen Wochen aber geschmolzen.
Der Milliardär begleitete die TV-Debatte der Demokraten in seiner gewohnt forschen Art auf Twitter. "Sorry, heute Abend ist kein STAR auf der Bühne", schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) in dem Kurznachrichtendienst. Angesichts der versammelten demokratischen Bewerber sei der russische Präsident Wladimir Putin wohl "nicht zu nervös oder verängstigt".
Trump spottet über Kandidaten
Trump spottete vor allem über die landesweit wenig bekannten Demokraten bei der Debatte. "Kann sich irgendjemand Chafee als Präsident vorstellen", schrieb er über Lincoln Chafee, einst Gouverneur von Rhode Island. "Auf keinen Fall." Auch der frühere Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, habe "sehr geringe Chancen". Die Debatte fand im Wynn Hotel in Las Vegas statt - nur knapp 800 Meter entfernt vom Trump Hotel, das der Immobilienmagnat in der Casino-Metropole besitzt.
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