40 Tote bei blutigen Kämpfen im Sudan

Region Darfur

40 Tote bei blutigen Kämpfen im Sudan

Heftige Gefechte in Regionalhauptstadt El Geneina.

Bei neuen Kämpfen in der sudanesischen Unruheregion Darfur sind nach Angaben der UNO mindestens 40 Menschen getötet worden. Mindestens 58 weitere Menschen seien bei den seit Samstag andauernden Kämpfen verletzt worden, erklärte das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Montag.

 

Arabische Nomaden und muslimischer Masalit-Stamm beteiligt

An den Kämpfen in der Stadt El Geneina seien arabische Nomaden und der Stamm der Masalit beteiligt, die Lage sei weiterhin "angespannt".

Auch Augenzeugen hatten zuvor von heftigen Kämpfen in El Geneina, der Hauptstadt des Bundesstaats West-Darfur, berichtet. Nach ersten Zusammenstößen am Wochenende seien Montag früh Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. "Am Montag sind wir vom Geräusch von Schüssen aufgewacht", sagte der Augenzeuge Abdelrahman Ahmed der Nachrichtenagentur AFP. Über der Stadt lag dichter Rauch.

 

Grund für neue Kämpfe noch unklar

Wodurch die neuen Kämpfe entfacht wurden, war zunächst unklar. Die Friedenstruppen der UNO und der Afrikanischen Union (AU) hatten zu Jahresbeginn nach 13-jähriger Mission mit ihrem Abzug aus Darfur begonnen. Nach Beginn ihres Abzugs hatte es bereits im Jänner in der Region heftige Kämpfe gegeben, bei denen mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

 

Immer wieder Kämpfe um Wasser und Land

In Darfur hatte im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar al-Bashir begonnen, dem nach UNO-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.

In den vergangenen Jahren herrschte in der Region dann jedoch relative Ruhe. Konflikte zwischen arabischen Nomaden und Bauern anderer Volksgruppen um die Nutzung von Land und Wasser münden jedoch immer wieder in bewaffnete Konfrontationen.

 

Übergangsregierung versucht Land zu stabilisieren

Die nach dem Sturz von al-Bashir im April 2019 eingesetzte Übergangsregierung bemüht sich, das nordostafrikanische Land zu stabilisieren. Im Oktober unterzeichnete sie ein Friedensabkommen mit mehreren Rebellengruppen.

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