Nach zwei schweren Krankheitsfällen im bayerischen Landkreis Pfaffenhofen, unweit der österreichischen Grenze, rückt das seltene, aber gefährliche Bornavirus erneut in den Fokus – auch wegen eines möglichen Zusammenhangs mit Katzen.
Ein Mann ist am sogenannten BoDV-1-Virus gestorben, ein weiterer ringt auf der Intensivstation mit dem Leben. Beide stammen aus Bayern, etwa zwei Autostunden von Salzburg entfernt. Wie sie sich angesteckt haben, ist noch ungeklärt – doch Hinweise aus der Forschung lassen aufhorchen: In sieben von acht dokumentierten Todesfällen in Deutschland lebten die Erkrankten mit einer Katze im Haushalt.
Katzen gelten zwar nicht als Hauptüberträger, aber als sogenannte Fehlwirte. Das bedeutet: Sie selbst erkranken meist nicht – können das Virus aber vom Mäusefangen mit nach Hause bringen. Besonders Freigänger-Katzen, die regelmäßig mit Beutetieren in Kontakt kommen, tragen ein erhöhtes Risiko. Kuscheleinheiten, Schnuppern im Gesicht oder kleine Kratzer genügen möglicherweise bereits für eine Übertragung – etwa, wenn Viruspartikel über Haut oder Schleimhäute aufgenommen werden.
Nagetiere als Überträger
Das Virus selbst stammt von der Feldspitzmaus, einem heimischen Nagetier, das den Erreger über Speichel, Urin und Kot abgibt. Eine direkte Begegnung mit dem Tier ist aber nicht nötig. Schon kontaminierte Erde oder Staub reichen offenbar aus – gerade bei Gartenarbeiten, am Bauernhof oder in alten Gebäuden im ländlichen Raum.
Besonders brisant: Das Virus führt zu einer fast immer tödlichen Gehirnentzündung. Anfangs zeigen Betroffene nur grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen – im späteren Verlauf kann es zu neurologischen Ausfällen, Koma und Tod kommen. Eine Impfung gibt es nicht, eine wirksame Therapie bislang auch nicht.
Österreich betroffen?
Auch wenn bisher kein Fall in Österreich gemeldet wurde, ist eine geografische Nähe gegeben: Der Landkreis Pfaffenhofen liegt etwa 200 Kilometer von der Grenze entfernt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit rät deshalb zur Vorsicht, besonders für Menschen mit Freigänger-Katzen oder regelmäßigem Aufenthalt im Grünen.
So kann man sich schützen
Freigänger möglichst regelmäßig tierärztlich untersuchen lassen
Beutetiere (Mäuse!) von Katzen möglichst nicht ins Haus lassen
Nach Gartenarbeiten gründlich Hände waschen
Bei unklaren grippeähnlichen Symptomen tierärztlichen und ärztlichen Rat einholen