Kurz vor Treffen

Dänemark kündigte weiteren Ausbau von Militärpräsenz auf Grönland an

Kurz vor einem Treffen zum Anspruch der USA auf Grönland im Weißen Haus in Washington hat Dänemark einen Ausbau seiner Militärpräsenz auf der Insel angekündigt. 

"Wir werden unsere militärische Präsenz in Grönland weiter verstärken", erklärte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Mittwoch in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP. "Wir werden aber auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis drängen."

Dänemark führe mit seinen Verbündeten Gespräche "über neue und verstärkte Aktivitäten im Jahr 2026".

"Damit muss man umgehen" 

Auch die deutsche Regierung hatte sich zuletzt für eine stärkere NATO-Präsenz in der Arktis ausgesprochenen. In der Region seien verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas zu beobachten, sagte Außenminister Johann Wadephul am Dienstag dem ZDF. "Damit muss man umgehen", sagte er. "Und das kann man im NATO-Rahmen gut lösen."


US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen US-Besitzanspruch auf Grönland erneuert und dies mit Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Im Gespräch war dabei ein Kauf der Insel, aber auch die Anwendung militärischer Gewalt schloss Trump nicht aus. Das autonome Gebiet Grönland gehört zum Königreich Dänemark, das wie die USA der NATO angehört.

Trump lässt nicht locker

Die dänische und die grönländische Regierung lehnen die Übernahmepläne der USA entschieden ab. Am Mittwoch kommen Dänemarks Chefdiplomat Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt zu einem Gespräch mit US-Vizepräsident James Vance und US-Außenminister Marco Rubio im Weißen Haus zusammen.

Wie das grönländische Nachrichten- und Medienportal "Sermitsiaq" online berichtete, ist Ende der Woche ein weiteres Treffen beider Seiten geplant. Acht Senatoren, darunter zwei republikanische Senatoren und drei Mitglieder des US-Kongresses, werden voraussichtlich am Freitag oder Samstag mit dem Grönland-Ausschuss des dänischen Parlaments und Mitgliedern des Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik des grönländischen Parlaments (Inatsisartut) zusammentreffen.

Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil des NATO-Bündnisses. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Erwerb der riesigen, rohstoffreichen Insel gezeigt.

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