Medienmogul Leo Kirch ist tot

München

Medienmogul Leo Kirch ist tot

Der Unternehmer verstarb im Alter von 84 Jahren in München.

Leo Kirch gehörte einst eines der größten Medienimperien in Deutschland, unter anderem mit den Kanälen ProSieben, Sat.1 und dem Bezahlsender Premiere, dem heutigen Sky.

Diashow: Leo Kirch ist gestorben

Leo Kirch gehörte einst eines der größten Medienimperien in Deutschland

Seine Angehörigen erklärten in München, der 84-Jährige sei am Donnerstag im Kreise seiner Familie friedlich verstorben.

Die Insolvenz des Kirch-Konzerns 2002 war eine der größten Unternehmenspleiten Deutschlands.

Der Unternehmer galt als medienscheu: Hier eines der wenigen privaten Bilder. Es zeigt ihn mit seiner Ehefrau Ruth und seiner Mutter Katharina (l) bei der Trauerfeier für August Everding am 4.2.1999 im Münchner Prinzregententheater.

In den letzten Jahren seines Lebens war Kirch an den Rollstuhl gefesselt. Er litt an Diabetes. 2007 musste ihm ein Fuß amputiert werden. Kirch war auch in Folge der Krankheit fast erblindet.

Hier grüßt grüßt der Medienunternehmer zu Beginn der Springer-Hauptversammlung einige Aktionärsvertreter (Bild vom 26.06.2002).

Winkend steht hier Kirch am 30.08.1999 bei der Eröffnung des SAT.1-Medienzentrums in Berlin.

Im Jahr 2002 ging die Kirch-Gruppe pleite. Seitdem machte Leo Kirch den früheren Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, für den Niedergang verantwortlich und kämpfte in mehreren Prozessen gegen ihn.

Hier sitzen Kirch und Rolf Breuer, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank,bei der Fortsetzung von Kirchs Schadenersatzprozess gegen die Deutsche Bank am 25.03.2011 vor dem 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts in München (Oberbayern).

"Unser geliebter Ehemann, Vater, Bruder, Dr. Leo Kirch, ist heute im Kreise seiner Familie friedlich verstorben. Wir sind sehr traurig", ließ seine Familie in München mitteilen.

Kirch litt seit Jahren an Diabetes. Als Folge seiner Krankheit war er fast blind, 2007 musste ihm ein Fuß amputiert werden.

Die Insolvenz des Kirch-Konzerns 2002 war eine der größten Unternehmenspleiten Deutschlands. Kirch macht den damaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer dafür verantwortlich und forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe. Breuer hatte in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen.


Reaktionen auf den Tod von Leo Kirch

Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group: "Leo Kirch war ein großer Unternehmer und ein Vorreiter des deutschen Privatfernsehens. Ich habe ihn als beeindruckenden Menschen in Erinnerung, der trotz seiner Bedeutung immer sehr unprätentiös auftrat."

Horst Seehofer (CSU), Bayerns Ministerpräsident:  "Die Lebensleistung und Selbstdisziplin von Leo Kirch erfüllen uns alle, Freunde und Kritiker, mit Respekt. (...) Seine Unternehmen können in der Rückschau als "Kaderschmiede" für innovative Köpfe angesehen werden."

Guido Westerwelle (FDP), deutscher Außenminister: "Leo Kirch hat aus bescheidenen Verhältnissen kommend mit großer Tatkraft und der Bereitschaft zum unternehmerischen Risiko eines der größten Medienunternehmen Europas aufgebaut. (...) Kirch hat so die deutsche Medienlandschaft wie nur wenig andere geprägt."

Monika Piel, WDR-Intendantin und amtierende ARD-Vorsitzende:  "Leo Kirch war ein Visionär, ein Mann der ersten Stunde, der die deutsche Medienlandschaft nachhaltig geprägt hat. Persönlich hat mich sehr beeindruckt, wie er trotz seiner schweren Krankheit bis zuletzt unternehmerisch aktiv war."

Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien, VPRT: "Ohne den unternehmerischen Weitblick und den Mut von Leo Kirch wäre der erfolgreiche Start und der Aufbau des privaten Fernsehens 1984 in Deutschland nicht möglich gewesen. In tiefer Betroffenheit trauern wir um eine der großen Unternehmerpersönlichkeiten unserer Republik."



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