Nach dem gewaltsamen Tod eines politischen Aktivisten in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron zur Besonnenheit aufgerufen.
Es sei unerlässlich, dass die Täter dieser Schandtat strafrechtlich verfolgt und verurteilt würden, schrieb Macron am Sonntag auf X. "Tödlicher Hass hat keinen Platz unter uns." Er mahnte zugleich Ruhe, Zurückhaltung und Respekt an. Der 23-Jährige war am Samstag seinen Verletzungen erlegen, nachdem er am Donnerstag zusammengeschlagen worden war.
Der Vorfall ereignete sich am Rande einer Veranstaltung der linken Europaabgeordneten Rima Hassan und entwickelte sich rasch zu einem politischen Streitpunkt, nachdem der Mann ins Koma gefallen war. Die Regierung nannte den Vornamen des Opfers mit Quentin. Er war nach Angaben der Gruppe "Nemesis" vor Ort, um Mitglieder der einwanderungskritischen feministischen Vereinigung zu beschützen, die gegen die Veranstaltung Hassans protestierten. Die Staatsanwaltschaft hat einem Bericht der Zeitung "Le Monde" zufolge Ermittlungen wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge eingeleitet. Die Täter seien bisher nicht identifiziert worden.
Führende Politiker verschiedener Lager meldeten sich umgehend zu Wort. Die Galionsfigur des rechtsnationalen Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, forderte, die Täter müssten mit "aller Härte" zur Rechenschaft gezogen werden. Bruno Retailleau, Chef der konservativen Republikaner und erklärter Präsidentschaftskandidat für 2027, machte die extreme Linke für die Tat verantwortlich. Jean-Luc Mélenchon, Chef der Linkspartei La France Insoumise (LFI), der auch Hassan angehört, wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte, einige lokale Büros seiner Partei seien nach den Äußerungen von Retailleau und Le Pen "angegriffen" worden, nannte jedoch keine Einzelheiten. Hassan selbst hatte bereits am Freitag eine Untersuchung gefordert.