Nach dem Tod von drei Passagieren durch das seltene Hantavirus auf dem Luxusschiff MV Hondius verweigert der Präsident der Kanaren Fernando Clavijo dem betroffenen Kreuzfahrtschiff das Anlegen.
Die MV Hondius befindet sich derzeit im Atlantik vor Kap Verde, nachdem sie dort bereits abgewiesen wurde. Nun plant der Betreiber Oceanwide Expeditions, entweder Gran Canaria oder Teneriffa anzusteuern, da die Kanaren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der nächste Ort mit ausreichenden medizinischen Kapazitäten sind.
Streit um Sicherheitsgarantien
Kanaren-Präsident Fernando Clavijo kritisierte im Radiosender COPE die spanische Regierung unter Premierminister Pedro Sanchez scharf. Er forderte ein dringendes Treffen, da die Entscheidung für das Andocken nicht auf technischen Kriterien basiere. Laut Clavijo fehlen Informationen, um die Sicherheit der Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln zu garantieren. Er warf Madrid „institutionelle Illoyalität“ und mangelnde Professionalität vor.
Gefährlicher Erreger an Bord
Das Hantavirus wird meist durch Nagetiere übertragen und weist eine Sterblichkeitsrate von rund 40 Prozent auf. Seit Samstag gilt das Schiff offiziell als Zentrum eines internationalen Gesundheitsalarms. Bisher starben drei Menschen an Bord, weitere Personen sind schwer erkrankt. Die WHO stuft die Lage als ernst ein, weshalb spezialisierte Maßnahmen für die Ankunft in spanischen Gewässern vorbereitet werden.
Evakuierung schwerkranker Personen
Trotz des politischen Widerstands läuft die Rettung der Infizierten an. Ein britischer Arzt, der sich in einem kritischen Zustand befindet, soll per Hospitalflieger direkt auf die Kanaren geflogen werden. Ein weiteres Besatzungsmitglied wird über Kap Verde in die Niederlande evakuiert. Die spanischen Behörden betonen, dass die Versorgung der Patienten Vorrang hat, während der genaue Zielhafen des Schiffes weiterhin unklar bleibt.
Maßnahmen nach der Ankunft
Sobald das Schiff die Inseln erreicht, sollen alle Personen an Bord strengen Untersuchungen unterzogen und anschließend in ihre Heimatländer überführt werden. Der Kreuzfahrtbetreiber hält an dem Plan fest, die Reise nach Norden fortzusetzen. Für die Inselregierung bleibt der Fall jedoch ein hohes Risiko, da die Hantavirus-Gefahr laut Experten aufgrund der Übertragungswege durch Nagetiere eine besondere Herausforderung für die Hafensicherheit darstellt.