tricastin

Zwischenfall

Uran aus französischer Atomanlage ausgetreten

Laut der französischen Regierung besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Umweltschützer sprechen von einer erheblichen Krebsgefahr.

Aus der südfranzösischen Atomanlage Tricastin bei Avignon sind am Dienstag 30 Kubikmeter einer radioaktiven "Uranlösung" ausgetreten. Ein Teil sei über Regenwasser in die Flüsschen Gaffière und Lauzon gelangt, teilte die französische Atomaufsichtsbehörde ASN mit. Die nicht näher spezifizierte Flüssigkeit enthalte zwölf Gramm (Natur-)Uran pro Liter. Die Gefahr für die Bevölkerung werde als "gering" eingestuft.

Die Umweltschutzbewegung Sortir du Nucléaire erklärte dagegen, es sei "unmöglich", dass es keine Gesundheitsgefährdung gebe. "Wenn die von der ASN akzeptierten Zahlen stimmen, macht das 360 Kilogramm Uran", erklärte die Organisation. Wer damit verseuchtes Wasser trinke, habe die Partikel im Körper. Auch bei geringer Strahlung entstehe dann erhebliche Krebsgefahr.

Der ASN zufolge lief in einer Anlage zur Behandlung von Uranlösungen ein Kessel über. Das Rückhaltebecken sei wegen Arbeiten undicht gewesen. Die Behörden verboten in drei Gemeinden Privatleuten und Bauern die Wasserentnahme aus den betroffenen Flüssen. Der Verzehr von Fischen aus den Gewässern und das Baden wurden verboten.

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