Verbot von Haarfärbemittel nach Bauernselbstmorden

Indien

Verbot von Haarfärbemittel nach Bauernselbstmorden

Verzweifelte indische Bauern tranken das Haarfärbemittel, weil sie wegen Schulden keinen anderen Ausweg mehr sahen. Jetzt wurde es verboten.

Die Behörden im Norden Indiens haben eine bestimmte Sorte Haarfärbemittel verboten, nachdem mehrere überschuldete Bauern die Mischung getrunken und sich damit das Leben genommen haben. Mindestens elf Bauern seien in den vergangenen drei Monaten im Unionsstaat Uttar Pradesh auf diese Art gestorben, sagte der Regierungsbeamte Rajiv Agarwal am Freitag. Das in der Gegend hergestellte billige Färbemittel führt nach Angaben von Medizinern zu Nierenversagen.

Zwei Drittel der 1,1 Milliarden Menschen in Indien lebt von der Landwirtschaft. An den meisten ging der jüngste Wirtschaftsboom auf dem Subkontinent vorbei. Vor allem im Westen und Süden Indiens nahmen sich deshalb in den vergangenen Jahren tausende Bauern das Leben. Die Region Bundelkhand in Uttar Pradesh ist von einer schweren Dürre betroffen, seit vier Jahren fiel dort der Monsun aus.

Im März gab die indische Regierung Pläne für einen weitgehenden Schuldenerlass für Kleinbauern bekannt. Davon sollen rund vier Millionen Bauern profitieren. Viele haben sich verschuldet, um Saatgut zu kaufen und ihre Familie zu ernähren. Missernten machten eine Rückzahlung der Kredite dann unmöglich.

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