Castro bei Gipfeltreffen Blockfreier

Kuba

Castro bei Gipfeltreffen Blockfreier

Mit Appellen zum geschlossenen Kampf gegen die Dominanz der Supermächte ist am Montag in Havanna der Gipfel der Blockfreien eröffnet worden.

"Unsere Bewegung ist heute wichtiger denn je", erklärte der kubanische Außenminister Felipe Perez Roque vor den Delegierten aus fast 120 Ländern. Im Mittelpunkt der Beratungen bis zum kommenden Wochenende stehen laut Tagesordnung die "Armut in einer ungerechten Welt", Gesundheitsfragen sowie der Konflikt im Nahen Osten.

Der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro werde anlässlich des Gipfels auf die politische Bühne zurückkehren - mehr als einen Monat nach seiner Darmoperation. Der 80-Jährige wolle am Freitag ein Abendessen für Teilnehmer geben. Castro hat wegen seiner Notoperation Ende Juli die Regierungsgeschäfte an seinen 75-jährigen Bruder Raul abgegeben.

XIV. Gipfeltreffen der Bewegung
3000 Delegierte aus 116 Staaten wollen bis zum 16. September über die künftige Politik der Bewegung beraten. Nach dem Willen des erkrankten kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro soll die Bewegung der Staaten vor allem aus der Dritten Welt wieder erstarken. Sie soll gegen die "unilaterale Politik der USA und ihrer Verbündeten Stellung" beziehen.

Der Konferenz liegen nach Angaben der kubanischen kommunistischen Parteizeitung "Granma" vom Montag vier Dokumente vor, in denen die Blockfreien ihre Rolle in der Welt neu definieren wollen. Diese sollen am Ende der Konferenz von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden. Darin beziehen die Blockfreien Stellung zu den aktuellen Problemen der Weltpolitik wie dem Krieg im Irak und den "israelischen Aggressionen gegen Palästina und Libanon". Sie beraten zudem über eine Demokratisierung der Vereinten Nationen und über eine Verurteilung der US-Blockade Kubas.

Hochrangige Staats-und Regierungschefs
Zu den Abschlussberatungen am 15. und 16. September werden rund 50 Staats- und Regierungschefs erwartet. Die übrigen Staaten werden lediglich durch hochrangige Vertreter auf Minister- oder Botschafterebene repräsentiert. Kuba erwartet, dass Fidel Castro trotz seiner Erkrankung einige der wichtigsten Gäste selbst begrüßen wird, darunter UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Ihre Teilnahme zugesagt haben unter anderem der venezolanische Präsident Hugo Chávez, Boliviens Evo Morales und der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak, dessen Vorgänger Gamal Abdel Nasser zu den Gründervätern der Bewegung gehörte, hat abgesagt.

Sprachrohr der Dritten Welt
Havanna ist zum zweiten Mal Gastgeber der 1961 gegründeten Staatenbewegung. Unter der Führung von Jugoslawien, Indien und Ägypten wurde die Bewegung zum Sprachrohr der Staaten der Dritten Welt, die sich während des Kalten Krieges keinem der beiden großen Militärblöcke anschließen wollten. Nach dem Zusammenbruch des von der Sowjetunion geführten Warschauer Paktes verlor die Bewegung ihre Bedeutung.

Vor allem Kuba und seit geraumer Zeit Venezuela haben ein Interesse, die Länder der Dritten Welt gegen die Supermacht USA in Stellung zu bringen. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Länder - darunter vor allem den Iran - besucht, um Verbündete für seinen Kampf gegen die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten zu finden.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten