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Darum droht Putin dem Westen jetzt mit seinen Kriegsschiffen

Russland droht dem Westen mit dem Einsatz von Kriegsschiffen zum Schutz seiner Handelsflotte. 

Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew spricht von "piratenähnlichen Angriffen" westlicher Staaten auf den Seehandel seines Landes. Frankreich hatte am Dienstag einen festgesetzten Öltanker nach Zahlung einer Millionenstrafe wieder auslaufen lassen. Das Schiff steht unter Verdacht, der Schattenflotte anzugehören, mit der Russland Ölsanktionen umgeht.

Moskau erwartet laut Patruschew künftig noch mehr Versuche, russische Öltanker und andere Handelsschiffe festzusetzen. "Wir denken, dass wie zu allen Zeiten die Kriegsflotte die beste Garantie für die Sicherheit der Schifffahrt ist", sagte Patruschew der Moskauer Zeitung "Argumenty i Fakty". Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Warnung vor Seeblockaden

Die EU hat im Zuge des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine auch Schiffe der russischen Schattenflotte mit Sanktionen belegt. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig ist für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen.

Dazu sagte Patruschew: "Die vom Wesen her piratenähnlichen Angriffe auf den russischen Seehandel deuten darauf hin, dass westliche Gegner beschlossen haben, einen Schlag gegen einen der wichtigsten Bereiche der russischen Wirtschaft zu führen - den Außenhandel - und ihn lahmlegen wollen." Er fügte an: "Wenn wir ihnen keinen entschiedenen Widerstand leisten, werden die Engländer, Franzosen und sogar die Balten bald so dreist sein, dass sie versuchen werden, unserem Land den Zugang zu den Meeren, zumindest im Atlantikbecken, vollständig zu versperren." Er warnte vor den Seeblockaden. Seine Schlussfolgerung: "Wir benötigen mehr Schiffe für die Fernfahrt auf See und im Ozean, die lange Zeit autonom in erheblicher Entfernung von ihren Stützpunkten operieren können."

Frankreich gibt festgesetzten Tanker gegen Millionenstrafe frei

Für Aufsehen sorgte zuletzt unter anderem die Festsetzung des unter russischer Flagge fahrenden Öltankers "The Marinera". Das US-Militär beschlagnahmte den Tanker im Jänner im Nordatlantik wegen "Verstößen gegen US-Sanktionen". Russland kritisierte das US-Vorgehen scharf.

Auch Frankreich hatte Ende Jänner einen aus Russland kommenden Öltanker im Mittelmeer angehalten und überprüft. Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass der Öltanker "Grinch" nach Zahlung einer Strafe in Höhe von mehreren Millionen Euro wieder auslaufen darf. Die Umgehung europäischer Sanktionen habe ihren Preis, teilte Außenminister Jean-Noel Barrot auf der Plattform X mit.

Die Strafe wurde Behördenangaben zufolge fällig, weil die Eigner die Nutzung der Flagge der Komoren nicht rechtfertigen konnten. Der Einsatz gegen die "Grinch" fand zwischen der Südküste Spaniens und der Nordküste Marokkos statt, wie die Behörden mitteilten. Der Tanker steht unter dem Verdacht, Teil der russischen Schattenflotte zu sein. Laut Präsident Emmanuel Macron wurde die Marine von mehreren Verbündeten unterstützt, darunter Großbritannien.

Schattenflotte liefert Erlöse für russische Kriegskasse

Die Schattenflotte besteht aus oft älteren Schiffen, die außerhalb der üblichen westlichen Versicherungs- und Registrierungssysteme eingesetzt werden. Damit umgeht Russland die Sanktionen, die die EU wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängt hat. Die Erlöse aus dem oft zu reduzierten Preisen an Länder wie Indien und China verkauften Erdöl fließen in die russische Kriegskasse.

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