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Der Überlebende

"Die Todesstrafe wäre zu wenig für Saddam"

Mohamed Kaywan Amin ist ein Opfer der Brutalität von Saddam Husseins Regime.

Mohamed Kaywan Amin war zwölf Jahre alt, als die Giftgasbomben auf seine Heimatstadt Halabja fielen. Als Überlebender wurde er nach Wien gebracht und von Gerhard Freilinger betreut. Er blieb in Österreich, lebt heute in Kärnten und spricht Kärntner Dialekt. Seine Stimme klingt leise und schwach, er kann nicht arbeiten, seine Lungen sind zerstört. „Aber meiner Familie geht es noch schlechter als mir“, sagt er. „Ich hatte 1995 eine Operation an der Lunge. Aber es wird nicht besser, sondern schlimmer. Jetzt spricht man von einer Lungentransplantation, aber ob das funktioniert?“

Zum physischen kommt psychisches Leid. „Aber nach der Festnahme von Saddam habe ich mich besser gefühlt. Zum ersten Mal wage ich, in mein Land zu reisen, ohne Angst haben zu müssen. Die Mehrheit der Iraker hat unter Saddam gelitten, nicht nur die Kurden. Was Besseres konnte dem Land nicht passieren, als dass Saddam nicht mehr an der Macht ist. Ich habe mit Familienangehörigen telefoniert, als er gefangen genommen wurde: Die haben tagelang gefeiert.“

Ob er dem Ex-Diktator die Todesstrafe wünscht? „Das wäre zu wenig für Saddam“, sagt er. „Ich würde ihn in den Kerker werfen und nur mit dem Nötigsten versorgen, sodass er gerade überlebt. Und dann würde ich ihn jeden Tag leiden lassen für das, was er getan hat. Das ist, was er verdient.“

William Tadros

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