Isländer und Letten tief in der Kreide

Weltpolitik

Isländer und Letten tief in der Kreide

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Parteien und Banken treffen sich in Reykjavik zum Krisengespräch.

Die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingte Überschuldung großer Teile der Bevölkerung ist in zwei der europaweit am härtesten getroffenen Staaten nach wie vor ein Problem. In Island sind gemäß einer von der Regierung angestrengten Untersuchung rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung der Insel betroffen. In Lettland ist laut einer am Freitag präsentierten Studie fast jeder vierte arbeitsfähige Einwohner überschuldet.

10.700 überschuldete Haushalte

Islands Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir bezeichnete die Zahlen - 10.700 überschuldete Haushalte, 3.000 bis 5.000 Isländer wegen Zahlungsunfähigkeit vor der Delogierung - als "sehr interessant". Sie kündigte für das für heute geplante Beratungstreffen zwischen Finanzinstituten und politischen Parteien an, für alle Vorschläge zur Bewältigung der Schuldenkrise offen zu sein.

23 Prozent mit Zahlungen im Rückstand

In Lettland ergab eine Umfrage unter der arbeitsfähigen Bevölkerung, dass 23 Prozent davon mit Mieten und anderen fälligen Zahlungen für grundlegende Dienste wie Heizung, Gas oder Strom im Rückstand sind. Rund ein Fünftel des verschuldeten Teils der Befragten gab an, dass ihre Schulden mehr als 500 Lats (705 Euro) betragen.

Wirtschaftsprognose vorsichtig positiv
Die Wirtschaftsprognosen in beiden Ländern waren zuletzt vorsichtig positiv, die hohen Arbeitslosenraten gingen wieder leicht zurück. Sowohl Island als auch Lettland haben international Kredite in Milliardenhöhe aufgenommen. In beiden Ländern steht die jeweilige Regierung bei der Erstellung ihrer Budgets für kommendes Jahr unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds, der EU sowie einzelner, vorwiegend nordeuropäischer Gläubigernationen. Es wird eine Fortsetzung des in den vergangenen beiden Jahren rigorosen Sparkurses verlangt.
 

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