Keine Party für

Wahljubiläum

Keine Party für "einjähriges" von Sarkozy

Angesichts historisch schlechter Umfragewerte hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy Feiern zum ersten Jahrestag seiner Wahl vom 6. Mai 2007 abgesagt.

Er schlug auch eine Einladung der neuen Mitglieder der Regierungspartei UMP zu einem Empfang aus. Stattdessen lud der Präsident die Spitzen aus Partei und Regierung für den Abend zu einem Arbeitstreffen und Cocktail in den Élyséepalast.

"Das Fest ist nicht für Dienstagabend. Das Fest kommt zum Ende der Amtszeit von Nicolas Sarkozy", erklärte der Sprecher der Regierungspartei UMP, Dominique Paillé, dem "Figaro" (Internetausgabe Dienstag). Die Zeichen stünden auf Zurückhaltung und Reformwillen, hieß es aus dem Élyséepalast.

Schlechteste Umfragewerte aller Zeiten
Sarkozy liegt nach einem Jahr Amtszeit in den Umfragen so schlecht wie kein anderer Präsident der V. Republik. Zwei Drittel der Wähler erklären sich in Umfragen unzufrieden mit seiner Politik. Besonders angekreidet werden ihm der Verlust der Kaufkraft und die Verschlechterung der Wirtschaftslage, obwohl die Notwendigkeit von Reformen überwiegend akzeptiert wird. Sozialistenchef François Hollande warf Sarkozy vor, der Präsident der Reichen zu sein und seine Wahlversprechen zu brechen. Die UMP verteilte dagegen vier Millionen Flugblätter, um ein Jahr Reformpolitik und "gehaltener Wahlversprechen" zu bewerben.

Rekordhalter in vielen Disziplinen
Der "Hyperpräsident" Sarkozy hat "55 Reformen" versprochen, um Frankreich ins 21. Jahrhundert zu führen, und davon die meisten bereits auf den Weg gebracht. In seinem ersten Amtsjahr unternahm er nach Zählung der Zeitung "Le Parisien" 88 Dienstreisen, davon 38 ins Ausland. 50 Mal empfing er Staats- und Regierungschefs. Zwölfmal kam er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen - ein Rekordwert. Sarkozy nahm Reformvorschläge von 19 Kommissionen entgegen und war auf 17 Beerdigungen. 76 Bücher wurden im abgelaufenen Jahr über den Präsidenten veröffentlicht. Seine Mediendominanz und Allgegenwart führte bei den Wählern nach anfänglicher Begeisterung aber zur Ermüdung, die nach seiner Scheidung und schnellen Wiederheirat in Ablehnung umschlug.

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