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Reformpaket

Kubaner sollen "moderne Bürger" werden

Die kubanische Regierung ist nach eigenen Angaben dabei, ihre Mitbürger auf ein Leben in einem modernen Staat vorzubereiten.

Das Parlament habe eine 43-köpfige Kommission gebildet, die einen "Integralplan zur bürgerlichen Erziehung der Bevölkerung" entwickeln solle, berichtete am Freitag das Jugendblatt der Kommunistischen Partei "Juventud Rebelde". Das Ziel sei die "Stärkung des bürgerlichen Bewusstseins, das Ausbilden von Werten und die Schaffung von allgemeinen Kenntnissen über die Organisation der kubanischen Gesellschaft".

Die Kubaner wüssten über "über viele Themen" der bürgerlichen Gesellschaft nicht Bescheid, sagte Parlamentspräsident Ricardo Alarcón, wie das Blatt am Freitag weiter berichtete. Umfragen hätten die Notwendigkeit des Projektes aufgezeigt. "Das Projekt ist unmittelbar mit der Gegenwart und der Zukunft des Sozialismus in Kuba verbunden", sagte Alarcón weiter.

Im Vergleich zu anderen Ländern der Region gilt das kommunistische Kuba als ein Land mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung. Es gibt Ärzte, Ingenieure und technische Fachleute. Doch fehlen Juristen, Ökonomen, Verwaltungsfachleute und insgesamt mangelt es an Wissen über das Funktionieren einer modernen Gesellschaft. Analysten halten die Beseitigung dieses Missverhältnisses für das wichtigste Projekt der kubanischen Reformen. Seit seinem Amtsantritt im Februar hat der neue Staats- und Regierungschef Raúl Castro eine Reihe von Reformen eingeleitet, die zunächst darauf abzielten, den Alltag der Kubaner zu erleichtern.



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