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Deutschland

Polizei verhaftet Al-Kaida-Helfer

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Der 36-jährige Iraker soll von Deutschland aus weltweit Audio- und Videobotschaften von Osama bin Laden verbreitet haben.

Erstmals ist in Deutschland ein mutmaßlicher Helfer der Al-Kaida wegen weltweiter Propaganda für die Extremistenorganisation verhaftet worden. Dem 36-jährigen Iraker werde zu Last gelegt, seit gut einem Jahr von seiner Wohnung nahe Osnabrück aus über das Internet Botschaften von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden verbreitet zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. Die Audio- und Videobotschaften stammten den Angaben zufolge auch von Ayman al-Zawahiri, der als rechte Hand Bin Ladens gilt, und von Abu Mussab al-Zarqawi. Der Jordanier Zarqawi war Anführer des irakischen Arms von Al-Kaida und im Juni von US-Soldaten getötet worden.

Monatelange Ermittlungen
Der 36-Jährige Ibrahim R. wurde am Dienstagmorgen in seiner Wohnung in Georgsmarienhütte festgenommen. Dem Zugriff der Polizei gingen nach Angaben des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann monatelange Ermittlungen von Landesbehörden und Bundesanwaltschaft voraus. Der Mann sei mehr als eineinhalb Jahre lang überwacht worden, auch telefonisch, berichtete der CDU-Politiker in Hannover. Der Haftbefehl war nach seinen Angaben Ende September auf Antrag des Bundesgerichtshofes erlassen worden. Mit der Festnahme sei aus nicht genannten polizeitaktischen Gründen zwei Wochen gewartet worden. Unklar blieb, ob der Iraker als Einzeltäter betrachtet wird oder Mitstreiter in Deutschland hatte.

Der Iraker sei auf Grund eines Hinweises aus einem anderen Strafverfahren ins Visier niedersächsischer Verfassungsschützer geraten, an dem der Mann beteiligt gewesen sei, allerdings nicht als Beschuldigter, sagte Schünemann. Da sich der Verdacht erhärtet habe, sei der Fall an den Generalbundesanwalt abgegeben worden. Der Iraker soll am Mittwoch dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Die Wohnung des Beschuldigten wurde laut Bundesanwaltschaft nach Beweismaterial durchsucht. Seit wann der Mann in Deutschland lebt, wurde zunächst nicht bekannt.

Mehrfach den Wohnsitz gewechselt
Nach Informationen der " Neuen Osnabrücker Zeitung" wurde die Wohnung des Mannes bereits zwei Mal vom niedersächsischen Staatsschutz durchsucht, unter anderem im Februar 2005 im Rahmen einer bundesweiten Razzia. Der 36-Jährige ist laut "NOZ" nach arabischem Recht verheiratet; in Deutschland gilt er jedoch als ledig. Er lebt demnach gemeinsam mit seiner 23-jährigen Frau seit rund acht Jahren in Georgsmarienhütte, wo er mehrfach den Wohnsitz gewechselt habe. Laut dem Bericht soll Ibrahim R. vor mehreren Jahren aus dem Irak geflüchtet und als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sein. Der Flüchtlingsstatus sei ihm aber vor einigen Monaten aberkannt worden.

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