Georgien

Sowjetdenkmal gesprengt - zwei Tote

Eine Mutter und ihre achtjährige Tochter starben.

Ein zwischen den früheren Kriegsgegnern Russland und Georgien umstrittenes Sowjetdenkmal in der georgischen Stadt Kutaissi ist am Samstag gesprengt worden. Dabei seien zwei Menschen getötet worden, eine Mutter und ihre achtjährige Tochter, teilten die Behörden mit. Bei den Arbeiten an dem Monument sei gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen worden, sagte der georgische Generalstaatsanwalt Murtas Sodelawa.

Medienberichten zufolge war die Umgebung des Denkmals für die Sprengung zwar abgesperrt. Trümmerteile seien jedoch mehr als 200 Meter weit in eine Zuschauergruppe geschleudert worden. Mehrere Menschen wurden verletzt. In den vergangenen Tagen hatten kremltreue Jugendliche vor der georgischen Botschaft in Moskau gegen den vermuteten Abriss demonstriert. Dabei waren am Freitag 15 Aktivisten verhaftet worden.

Staatsvandalismus
Das russische Außenministerium warf Georgien einen "Akt von Staatsvandalismus" vor, der die Gefühle jedes zivilisierten Menschen beleidige. Russland hatte Georgien vorgeworfen, das Monument zu Ehren der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges zerstören zu wollen.

Tiflis hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Das 46 Meter hohe Denkmal werde lediglich versetzt, hatte das Außenministerium mitgeteilt. Es sei in den 1990er Jahren stark beschädigt worden und müsse deshalb restauriert werden. Das Monument soll dem neuen georgischen Parlamentsgebäude Platz machen. Die Regierung hatte zuvor beschlossen, die Parlamentssitzungen aus der Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) nach Kutaissi zu verlegen.

Straßenschlachten
Erst im Frühjahr 2007 hatte Russland wochenlang scharf gegen die Verlegung eines sowjetischen Denkmals im NATO-Mitgliedsland Estland protestiert. Damals hatten sich russische Demonstranten in Tallinn Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, und in Moskau war die estnische Botschafterin von kremltreuen Anhängern verfolgt worden.

Georgien und Russland hatten sich im August 2008 einen mehrtägigen Krieg um die von Tiflis abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien geliefert. Beide Staaten geben sich gegenseitig die Schuld an dem Blutvergießen. Eine von der EU eingesetzte Expertenkommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass Georgien den Krieg begonnen habe.



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