USA schützen den Libanon mit Kriegsschiff

USS Cole vor Beirut

USA schützen den Libanon mit Kriegsschiff

Der Libanon droht in neuem Bürgerkrieg zu versinken. Die USA reagieren: der Zerstörer "USS Cole" patrouilliert vor dem Zedernstaat.

US-Präsident George W. Bush hat wegen der angespannten Lage im Libanon neuerlich ein Kriegsschiff, den Lenkwaffen-Zerstörer "USS Cole", in die Region entsandt. Der US-Zerstörer, der am Sonntag den Suezkanal passiert hatte, kreuze im östlichen Mittelmeer, um im Libanon "die Demokratie zu schützen", sagte Bush in einem Interview mit dem Nachrichtensender "Al-Arabiya". Die libanesische Armee müsse in die Lage versetzt werden, die Regierung und die staatlichen Institutionen zu schützen, sagte der Präsident.

Kritik an Teheran und Damaskus
Der Iran und Syrien spielten in dem libanesischen Konflikt eine negative Rolle, betonte der US-Präsident in dem Interview. Beide Staaten unterstützen die schiitische Hisbollah, deren Miliz vergangene Woche die Innenstadt von Beirut unter ihre Kontrolle gebracht und die Schließung der pro-westlichen Fernsehsender und Zeitungen der Großunternehmerfamilie Hariri erzwungen hatte. Die unter dem Oberbefehl des christlichen Generals Michel Sleimane stehende libanesische Armee hatte die Hisbollah-Kämpfer gewährenlassen und nur einige Gebäude geschützt, zum Teil aber auch erst nachdem diese von der Hisbollah attackiert worden waren. Zudem hob die Militärführung zwei gegen die Schiitenorganisation gerichtete Regierungsbeschlüsse auf, Ministerpräsident Fouad Siniora erklärte sodann, dass nicht an eine Entwaffnung der Hisbollah gedacht sei.

USA beendeten vor 50 Jahren Bürgerkrieg
Vor genau 50 Jahren hatte eine von Präsident Dwight Eisenhower verfügte US-Militärintervention die erste libanesische Bürgerkriegskrise beendet. Diese war durch die Konfrontation zwischen dem pro-westlichen christlichen Präsidenten Camille Chamoun und den muslimischen Anhängern der panarabischen Politik des ägyptischen Staatschefs Gamal Abdel Nasser ausgelöst worden. Am 9. Mai 1958 waren nach der Ermordung eines oppositionellen Journalisten und dem Versuch Chamouns, durch eine Verfassungsänderung die Verlängerung seiner Amtszeit zu erzwingen, mehrwöchige blutige Unruhen ausgebrochen. Chamoun musste nach der US-Intervention zurücktreten, der von den Muslimen akzeptierte überparteiliche christliche Armeekommandant General Fouad Chehab wurde Staatspräsident und bildete eine Allparteienregierung. Chehab brachte der "Schweiz des Nahen Ostens" eine Periode der Stabilität (bis zum Bürgerkrieg 1975-90) und ging als "libanesischer General de Gaulle" in die Geschichte des Zedernlandes ein.

Anschlag auf USS Cole
Bei einem Anschlag von Al-Kaida auf die "USS Cole" waren im Oktober 2000 vor der jemenitischen Küste 17 US-Matrosen getötet worden.

Vor der libanesischen Küste kreuzt seit dem 34-Tage-Krieg mit Israel 2006 ein Marineverband der Vereinten Nationen. Beteiligt sind daran rund 1500 Marinesoldaten der "Maritime Task Force" (MTF) der 12.000 Mann starken "United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL). Insgesamt stellen 28 Staaten UNIFIL-Kontingente. Die 1978 nach dem ersten israelischen Libanon-Einmarsch gebildete UNO-Friedenstruppe wurde nach dem Krieg im Juli und August 2006 auf Anordnung des UNO-Sicherheitsrates (Resolution 1701) erheblich aufgestockt.

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