AFP ungarn Ministerpr?sident Ferenc Gyurcsany

Ungarn-Proteste

Zehntausende erneut auf der Straße

In Budapest haben am Freitag wieder tausende Menschen protestiert. Der Premierminister vermutet eine Oppositions-Kampagne.

Nach den jüngsten Krawallen in Ungarn hat Regierungschef Ferenc Gyurcsany der Opposition in einem Interview schwere Vorwürfe gemacht. Aus Frustration über die letzte verlorene Wahl habe sie eine Diffamierungskampagne gegen die Regierung gestartet, sagte Gyurcsany in einem Interview. Die konservativen FIDESZ habe den Wählern eingebläut, dass die Regierung illegitim sei, so dass alle Mittel gegen sie erlaubt seien. "Rechtsextremisten und Fußballhooligans haben dies offenbar als Wahrheit akzeptiert",

Erneute Proteste am Freitag
In Budapest haben am Freitagabend erneut rund 10.000 Demonstranten an einer Protestkundgebung gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany teilgenommen. Die Demonstration vor dem Parlamentsgebäude löste sich gegen Mitternacht friedlich auf. Nach dem entschiedenen polizeilichen Einschreiten der vergangenen Tage gab es in der Nacht auf Samstag keine Ausschreitungen.

Premier sieht "breite Unterstützung"
Gyurcsany hatte in einem Zeitungsinterview zuletzt erklärt, er sehe eine " breite" Unterstützung bei der Bevölkerung. Die rechtskonservative Oppositionspartei Fidesz-Ungarischer Bürgerverband sagte eine ursprünglich für Samstagabend geplante Großkundgebung mit bis zu 200.000 Teilnehmern aus Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen ab. Dennoch wurde erneut mit Protesten gerechnet.

Schwerste Ausschreitungen
In den vergangenen Nächten war es in Ungarn zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen randalierenden Demonstranten und Sicherheitskräften waren zuletzt hunderte Menschen verletzt und zahlreiche Autos und Geschäfte beschädigt worden.

Auslöser war ein Tonband
Anlass für die Proteste sind Aussagen von Regierungschef Gyurcsany bei einer internen Rede vor der Fraktion der Sozialisten im Mai, in den vergangenen " eineinhalb-zwei Jahren gelogen" zu haben. Ein Tonbandmitschnitt der Rede war am Sonntag im ungarischen Radio veröffentlicht worden Trotz der anhaltenden Proteste lehnt der Politiker einen Rücktritt ab.

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