Wieder Attacke auf Christen in Ägypten: 28 Tote

Laut Ministerium

Wieder Attacke auf Christen in Ägypten: 28 Tote

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Hintergründe der Tat zunächst unklar - Schönborn "entsetzt".

Ägyptens christliche Minderheit ist erneut Opfer eines verheerenden Terroranschlags geworden. Bei einem Angriff bewaffneter Männer auf einen Bus wurden am Freitag im Zentrum des Landes mindestens 28 Christen getötet, darunter zwei kleine Kinder, wie das Krisenzentrum der Provinz Al-Minja am Freitag erklärte. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Kairo wurden 22 Menschen verletzt.

Zunächst war unklar, wer für die Tat verantwortlich ist. Davor war von mindestens 26 Toten berichtet worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es weiter, der Bus mit den Opfern sei auf dem Weg zu dem Kloster St. Samuel gewesen, das auf halbem Weg zwischen der Stadt Al-Minja und Kairo liegt. Unbekannte hätten sich nordwestlich der Stadt Al-Minja in drei Autos dem Bus genährt und das Feuer eröffnet. Augenzeugen berichteten, etwa zehn Bewaffnete in Uniform hätten auf die Insassen geschossen und seien dann entkommen.

Kardinal Schönborn "tief betroffen und entsetzt"

"Tief betroffen und entsetzt" über den jüngsten Anschlag auf koptische Christen in Ägypten hat sich Kardinal Christoph Schönborn gezeigt. Sein Gebet und sein Mitgefühl seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, so der Kardinal am Freitag gegenüber "Kathpress".

Jedes neue Attentat mache deutlich, dass der Hass nicht das letzte Wort haben darf, so Schönborn. Er erinnerte gegenüber "Kathpress" daran, dass er im vergangenen Oktober al-Minja besucht hatte und dort mit dem örtlichen Bischof und Angehörigen von jenen Kopten zusammengetroffen war, die in Libyen von der Terrormiliz IS ermordet wurden.

Christen in Ägypten wiederholt Opfer von Anschlägen

Ägyptens Christen waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Anfang April starben am Palmsonntag bei einem Doppelanschlag auf Kirchen in Alexandria und in Tanta mehr als 45 Menschen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Taten für sich.

Anfang Mai drohten die Extremisten mit neuen Angriffen auf Christen. Muslime sollten Ansammlungen von Christen und Ausländern aus dem Westen meiden, warnte ein namentlich nicht genannter Anführer der Gruppe in einem Interview der IS-Publikation "Al-Nabaa". Er forderte Muslime auch dazu auf, Einrichtungen der ägyptischen Armee, Polizei und Regierung fernzubleiben.

Christen machen rund zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Ägypter aus. Papst Franziskus hatte Ägypten Ende April bei einem Besuch in Kairo im Kampf gegen religiösen Extremismus und Terror gegen Christen in die Pflicht genommen. Die Probleme müssten sofort angegangen werden, "um ein noch schlimmeres Abdriften in die Gewalt zu vermeiden", sagte der Pontifex bei einem Treffen mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi.

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