Hitzige Diskussion
Wirbel um Homo-Benimmregeln am Oktoberfest
München. Erneut sorgt die Empfehlung für Homosexuelle, auf dem Oktoberfest "zurückhaltend zu sein" der Seite "Oktoberfestportal" für Wirbel. Konkret heißt es dort unter "Tipps für schwulen Wiesn-Gänger" etwa auf die Frage, ob man flirten dürfe: "Generell gilt eine gewisse Zurückhaltung auf der Wiesn. Nicht jeder Besucher des Oktoberfest ist so tolerant, dass er sich über schwule Männerpaare freuen kann." Als Antwort auf die Frage, ob Flirten für Gays auf der Wiesn verboten sei, steht: "Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Jedoch gilt es als schwules oder lesbisches Paar auf dem Oktoberfest ein bisschen zurückhaltend zu sein. Nicht alle Wiesngänger haben Verständnis für eine offene schwule oder lesbische Lebensweise. Also einfach Augen und Ohren offen halten, ob Ihr für Gesprächsstoff sorgt. Das Bierzelt ist jedenfalls nicht der richtige Ort, um den Menschen Begriffe wie 'Toleranz' und 'Gleichberechtigung' zu erklären."
Umstrittener Text existiert seit Jahren
Der umstrittene Eintrag der inoffiziellen Webseite existiert bereits seit Jahren. Bereits in der Vergangenheit wurde die Empfehlung immer wieder diskutiert – trotzdem gibt es den Text dort nach wie vor. Auch heuer gab es erneut Kritik. So twitterte etwa ein User: "Deutschland ist übrigens das Land, in dem es zum größten Volksfest des Landes einen Ratgeber gibt der queeren Menschen rät, ihre Homosexualität nicht offen zu zeigen. Die selben Tipps gibts selbstverständlich nicht für Heteros. Aber klar: 'Ihr habt doch schon alles!'"
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Das sagen die Webseite-Verantwortlichen
Die Webseite-Verantwortlichen reagierten bereits auf vergangene Debatten: "Uns ist zu Ohren bekommen, dass im Web derzeit rege über unsere Seiten diskutiert wird. Wir freuen uns über jede Diskussionen, die durch unsere Webmagazine angeregt werden. Vor allem, wenn daran nun auch die schwul-lesbische Community teilnimmt. Genau so soll es sein! Eine lebendige Diskussion mit konträren Meinungen ist die Grundlage einer bunten Gesellschaft!"
Die "Oktoberfestportal"-Betreiber sagten gegenüber der Münchner "tz", dass man die Kritik nur bedingt verstehe, zumal der Text von dem schwulen Journalisten und Aktivisten stamme.
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