Coronavirus Italien

631 Todesopfer

Zahl der Coronavirus-Toten steigt in Italien rasant

168 Tote innerhalb eines Tages.

Rom. Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt trotz rigider Quarantänemaßnahmen rasant: 631 Todesopfer wurden am Dienstag in Italien gemeldet, das sind 168 mehr als am Vortag, teilten die regionalen Behörden am Montagabend in Mailand mit.

Die Zahl der Infizierten kletterte auf 8.514, am Vortag waren es noch 7.985. 1.004 Patienten sind inzwischen genesen.

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Zahl der Coronavirus-Toten steigt in Italien rasant

"Einige wenige tausend" Österreicher noch in Italien

Nachdem Österreich eine volle Reisewarnung für Italien ausgesprochen hat und die höchste Sicherheitsstufe ausgegeben wurde, geht das Außenministerium davon aus, dass Touristen, die sich noch dort befinden, so rasch es geht heimkehren. Sollte es dabei Schwierigkeiten geben, können die heimischen Urlauber mit staatlicher Hilfe rechnen. Im Extremfall wäre eine organisierte Rückholaktion möglich.
 
Wie der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, gegenüber der APA erläuterte, halten sich derzeit nur mehr "einige wenige tausend" Österreicher in Italien auf. Die rigiden Maßnahmen der italienischen Behörden und die Medienberichte hätten etliche Touristen bereits zum Verlassen des Landes bewogen. Die Buchungslage in Italien - an sich speziell im Frühling bei Österreichern eine heiß begehrte Urlaubsdestination - ist um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Für jene, die sich noch dort aufhalten und die mit ihrem Pkw unterwegs sind, sollte es bei der Rückkehr keine Probleme geben, meinte Guschelbauer: "Die Ausreise ist im Moment noch möglich." Die Empfehlung laute daher, die Fahrt nach Hause fortzusetzen. An der Grenze ist mit Gesundheitskontrollen zu rechnen.
 
Schwierigkeiten könnte es für Touristen geben, die mit der Bahn oder mit dem Flugzeug in den Urlaub gefahren bzw. geflogen sind. Etliche Flug- und Zugverbindungen wurden mittlerweile gekappt. In diesen Fällen rät das Außenministerium, sich - was den norditalienischen Raum betrifft - mit der Bitte um Hilfe an das Generalkonsulat in Mailand bzw. an die Botschaft in Rom zu wenden, wenn man in Zentral- oder Süditalien festsitzt. Für Fälle, in denen eine private Heimreise nicht möglich ist, wurde auch eine Notfallnummer unter +43 (0) 50 11 50-4411 eingerichtet. Sollten alle Stricke reißen, "wird eine staatliche Rückholung organisiert", sicherte Guschelbauer zu.
 
Abgesehen von Urlaubern halten sich aktuell rund 6.000 Auslandsösterreicher in Italien auf, die ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer in den Süden verlegt haben. Das Außenministerium vermutet, dass die meisten von ihnen vorerst dortbleiben und abwarten wollen, wie sich die Corona-Krise entwickelt. Ihnen wird angeraten, die weitere Entwicklung zu verfolgen. Falls ein Rückkehrwunsch aufkommt, "ist klar, dass die sich mit uns in Verbindung setzen sollen", schloss Guschelbauer.

EU-Kommission lobt Italien für "mutige Maßnahmen" gegen

Die EU-Kommission hat die von Italien landesweit verhängten Reise- und Versammlungsbeschränkungen wegen des Coronavirus begrüßt. Vize-Kommissionspräsident Valdis Dombrovskis lobte am Dienstag "sehr mutige Maßnahmen", um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
 
Die Behörde wisse, dass dies "eine große Belastung für das italienische Volk" sei. "Aber es ist besser, diese mutigen Maßnahmen jetzt zu ergreifen, um so viele Menschen wie möglich vor dem Virus zu schützen." Italien ist das von der Epidemie am stärksten betroffene Land in der EU. Bisher wurden dort laut der europäischen Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC 9172 Menschen mit dem Erreger infiziert. Mindestens 464 Menschen starben.
 
Nachdem zunächst für Teile Norditaliens Beschränkungen der Reise-und Versammlungsfreiheit galten, weitete die Regierung in Rom diese ab Dienstag auf das gesamte Land mit 60 Millionen Menschen aus. In ganz Italien müssen nun alle Reisen vermieden werden, die nicht aus beruflichen, gesundheitlichen oder sonstigen wichtigen Gründen gerechtfertigt sind.
 
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte soll seine EU-Kollegen am Nachmittag bei einer Video-Konferenz der Staats- und Regierungschefs über die Lage informieren. EU-Ratspräsident Charles Michel hat für 17.00 Uhr den "Video-Gipfel" einberufen, nachdem sich das Virus in vielen EU-Ländern immer schneller ausbreitet. Dabei soll auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die heute in Österreich ergriffenen Maßnahmen erläutern.
 
"Der Europäische Rat nimmt die Situation sehr ernst", sagte Michel kurz zuvor im Europaparlament. Ziel der Konferenz der Spitzen der Mitgliedstaaten sei es, "die Kapazitäten zur Koordinierung und Zusammenarbeit deutlich zu verstärken".
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