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450.000 Euro für keinen Life-Ball

Wirbel um Gery Keszler

450.000 Euro für keinen Life-Ball

Die Wogen werden heute im Finanzausschuss des Gemeinderats hochgehen. Schließlich geht es darum, 450.000 Euro Förderung für eine Veranstaltung zu beschließen, die gar nicht stattfindet. Beantragt hat das Geld der Verein Aids Life, der von 1993 bis 2015 den Life Ball veranstaltete, eine der größten und öffentlich wirksamsten Aids-Charity-Veranstaltungen der Welt.

Allerdings: Der Life Ball hat in der alten Form seinen Zenit überschritten. Nach dem Event 2015 war „Mr. Life Ball“ Gery Keszler fuchsteufelswild, weil Promis und Party-People zwar in Scharen kamen, die Geldbörsen bei der Charity-Versteigerung aber weitgehend verschlossen hielten.

Keszler sagte den Ball für heuer ab und kündigte für 2017 ein neues Konzept an. An diesem wird derzeit gefeilt. Und dafür eben soll die Stadt Wien 450.000 Euro an Subvention springen lassen. „Das kann man nicht nebenbei machen“, sagt Keszler über die Neukonzeption zu ÖSTERREICH (siehe Interview).

FPÖ rechnet mit rot-grüner Mehrheit für die Förderung

Den Life Ball 2015 förderte die Stadt Wien mit der rot-grünen Regierungsmehrheit noch mit 800.000 Euro. Auch die neue Subvention – 450.000 Euro für keinen Ball – dürften SPÖ und Grüne heute beschließen, glaubt FPÖ-Klubobmann Dominik Nepp und kündigt seinen Widerstand an, der freilich wirkungslos bleiben wird: „Wir wollen das Geld direkt in Aidshilfe-Projekte fließen lassen. Wir brauchen keine Zwischenschaltung des Herrn Keszler, der dann um viel Geld Promis einfliegen lässt.“

Für Keszler geht es darum, „ob man den Life Ball behalten will“. Zu seinen Kritikern sagt er: „Wir wissen alle, aus welcher Ecke die kommen.“

Darum will Keszler das Geld: "Man kann das Facelift nicht nebenbei machen"

ÖSTERREICH:
Warum haben Sie die Förderung beantragt?

Gery Keszler:
Ich habe gar keine Förderung beantragt, sondern das war der Verein Aids Life.

ÖSTERREICH: Dessen Obmann und Vertretungsbefugter Sie sind …

Keszler: Ja, aber ich weiß ja noch gar nicht, ob die Förderung durchgeht.

ÖSTERREICH: Die 450.000 Euro sollen die Hälfte der laufenden jährlichen Kosten des Vereins abdecken?

Keszler: Es ist ja bekannt, dass der Life Ball ein Jahr Pause macht und warum das so ist. Wir wollen ein Facelift, ein neues Konzept, und das kann man nicht einfach nebenbei machen. Wir haben das Team ohnehin auf ein Minium reduziert. Wenn man den Life Ball behalten will, muss daran gearbeitet werden. Dazu brauchen wir natürlich Unterstützung. Man muss investieren, um in Zukunft ein Vielfaches ausschütten zu können.

ÖSTERREICH:
Dennoch gibt es Kritik an der Förderung …

Keszler: Wir wissen alle, aus welcher Ecke die Kritiker kommen.

(fuw)

Video zum Thema Gery Keszler zur Zukunft des Life Ball
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